Österreich

Wienerwaldsee-Mord: Schulden als Motiv

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:21

Keinen mafiösen Hintergrund und keinen in manchen Medien kolportierten Bezug zu Auto-Schiebereien dürfte der gewaltsame Tod des 55-jährigen Milos N. haben, dessen zerstückelte Leiche am vergangenen Samstag am Wienerwaldsee bei Tullnerbach (Bezirk Wien-Umgebung) gefunden wurde.

Das Motiv für die Bluttat dürfte im privaten Bereich liegen: Der festgenommene Verdächtige, der den gebürtigen Serben erschlagen und zerteilt haben soll, soll sich über ausständige Schulden, die Milos N. bei ihm hatte, geärgert haben.

Der unter Mordverdacht stehende Enddreißiger, über den das Wiener Straflandesgericht am Freitagnachmittag die U-Haft verhängt hat, soll Milos N. vor einiger Zeit einen größeren Geldbetrag geborgt haben. Angeblich unterhielten die beiden geschäftliche Beziehungen. Mehrere eindringliche Versuche des Gläubigers, sein Geld zurückzubekommen, scheiterten. In dieser Situation soll es zur Bluttat gekommen sein.

Tat anscheinend schon gestanden

 "Beide Männer haben sich gekannt", bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey. Zum möglichen Motiv wollte er sich im Hinblick auf die nicht abgeschlossenen Ermittlungen nicht äußern: "Der Verdächtige wird derzeit vernommen." Laut orf.at soll der Enddreißiger, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht anwaltlich vertreten war, bereits ein Geständnis abgelegt haben.

Vecsey betonte, dass es neben dem Verdächtigen keinen Hinweis auf einen weiteren Tatbeteiligten gibt. Laut Vecsey gibt es auch keinen Bezug zum Mord an Milenko M. Die ebenfalls in zwei Teile zerlegte Leiche des 57-jährigen Serben war Ende April auf der "Teufelswiese" bei Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) entdeckt worden.

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