In den Jahren 2018 und 2019 fanden laut Monitoringstelle und dem Unabhängigen Ausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen Begehungen in Wiener Spitälern statt. Die Kliniken Donaustadt, Floridsdorf und Ottakring wurden in Bezug auf Barrierefreiheit unter die Lupe genommen, wie der "ORF" berichtet. Ausgewählt wurden sie deshalb, weil sie in unterschiedlichen Baujahren errichtet wurden: Die Klinik Ottakring wurde im 19. Jahrhundert erbaut, die Klinik Donaustadt in den 1980er Jahren und die Klinik Floridsdorf wurde erst kürzlich neu eröffnet.
Das Ergebnis der Begehung lässt in jedem Fall zu wünschen übrig: Wiens Spitäler seien nicht umfassend barrierefrei und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung dadurch eingeschränkt. Konkret geht es um zu enge WCs und Badezimmer oder Türen, die nur händisch und nicht automatisch zu öffnen sind.
In der Klinik Donaustadt gebe es zwar genug Lifte, die seien jedoch nicht in Braille beschriftet. In Ottakring sei die Liftsituation aufgrund des Denkmalstatus grundsätzlich problematisch. In allen Kliniken fehlten taktile Bodenleitsysteme über den Eingangsbereich hinaus. Nicht überall gebe es Induktionsschleifen für Menschen mit Hörgeräten, auch Videodolmetsch fehle, mit Ausnahme der Klinik Ottakring.
Aber auch etwas Positives konnte im Rahmen der Begehungen festgestellt werden: In allen Kliniken sind herabgesenkte Pulte vorhanden. Damit können Menschen auf Augenhöhe mit dem Personal kommunizieren. Außerdem kann eine persönliche Assistenz in jedem Spital mitgenommen werden.
Ein Blick auf die Barrierefreiheit von Spitälern macht nicht zuletzt in Zeiten der Pandemie Sinn, die noch mehr Barrieren für Menschen mit Behinderungen hervorruft. Von Seiten des Ausschusses wird jedoch betont, dass es sich um eine Begehung und keine Überprüfung handelte. Die Monitoringstelle sei mit dem Wiener Gesundheitsverbund in stetigem Dialog.