Wiens Taxler kochen vor Wut wegen App "Uber"

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber breitet sich weiter rasant aus. Nachdem in Wien bereits Fahrten zum Teil zu absoluten Billigstpreisen angeboten werden, sollen weitere österreichische Städte folgen. Die Wiener Taxler schäumen und die Kollegen aus den Bundesländern zittern vor den Plänen. Nun ist sogar eine Klage angedacht.

Der breitet sich weiter rasant aus. Nachdem in Wien bereits Fahrten zum Teil zu absoluten Billigstpreisen angeboten werden, sollen weitere österreichische Städte folgen. Die Wiener Taxler schäumen und die Kollegen aus den Bundesländern zittern vor den Plänen. Nun ist sogar eine Klage angedacht.

Konkret funktioniert die Sache so: Kunden registrieren sich auf der Uber-App. Wollen sie von A nach B chauffiert werden, sehen sie, welche Wagen sich in der Nähe befinden. Mittels Klick kann das gewünschte Auto für eine Fahrt gebucht werden. Bezahlt wird ausschließlich mittels Kreditkarte, deren Daten bei der Erstregistrierung angegeben werden. Die Fahrten werden von Mietwagenunternehmen durchgeführt.

Im Februar startete die hochpreisige Limousinenvariante UberBlack, Ende August die Normalpreis-Schiene UberX. Mietwagenunternehmer können sich im System anmelden und ohne Lizenz oder sonstige Gebühren ihre Dienstleistung im Rahmen von Uber zur Verfügung stellen - und zwar ohne Mindestvorgaben. Allerdings müssen sie einen gewissen Prozentsatz ihrer Einnahmen an den US-Konzern abliefern und die Uber-Fahrtarife übernehmen.

Keine Zuschläge, Billigpreise

Der Preis setzt sich - ähnlich wie bei Taxis - aus mehreren Faktoren zusammen. Zum Starttarif von zwei Euro kommen zusätzlich 99 Cent pro Kilometer und 28 Cent pro Minute dazu. Der Minimumpreis beträgt sechs Euro. Nacht- oder Wochenendzuschläge gibt es nicht. Damit kommt eine Fahrt von Grinzing in die City auf rund zwölf, vom Haupt- zum Westbahnhof auf neun Euro - im Durchschnitt sind die Fahrten um 25 Prozent billiger als bei Taxis, heißt es.

Bei Uber können Fahrgäste ihre Chauffeure auch bewerten. Sollte es mit Fahrern Qualitätsprobleme geben, werde man versuchen, diese mithilfe von Trainings oder Schulungen in den Griff zu bekommen, betonte das Unternehmen. Erst wenn auch das nicht fruchtet, trennt man sich. Die Zahl der Nutzer in Wien liege derzeit im fünfstelligen Bereich, das Unternehmen schielt auch nach Graz und Salzburg.

Klage angedroht

Weil es laut Gericht keine Erlaubnis zur Personenbeförderung gebe, wurde der Dienst in Deutschland verboten - demnach droht den Betreibern ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro pro vermittelte Fahrt oder alternativ Ordnungshaft. Ein Schritt, den nun auch die Wiener Taxler fordern. "Das Unternehmen, das über eine Gratis-App Fahrgäste an selbstständige Fahrer sowie Privatpersonen ohne Gewerbeberechtigung zu Dumpingpreisen vermittelt, ist nicht nur eine Bedrohung für das heimische Taxigewerbe, sondern auch für die Wiener Fahrgäste", so Gökhan Keskin, stellvertretender Obmann der Fachgruppe Beförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Wien und Vorsitzender der Fachgruppe Taxi- und Mietwagen im Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband Wien (SWV).

Ins selbe Horn stößt die FPÖ: "Die Online-Plattform vermittelt per App Personenbeförderungsdienste auch durch Privatpersonen ohne Überprüfung gesundheitlicher und sonstiger Eignungen, wie sie für Taxifahrer selbstverständlich vorgeschrieben sind", so FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. "Die FPÖ fordert daher ein sofortiges Verbot dieser nach unserer Ansicht nicht rechtskonformen Geschäftspraxis sowie gleiche Bedingungen für alle Marktteilnehmer statt offiziell geduldete Rechtsbeugung", heißt es weiter. Taxi-Unternehmen denken nun sogar an Klagen.

 

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