Wifo-Chef rechnet mit 400.000 Lockdown-Arbeitslosen

WiFo-Chef Felbermayr sieht die Kurzarbeit rasant, aber auch die Arbeitslosigkeit steigen.
WiFo-Chef Felbermayr sieht die Kurzarbeit rasant, aber auch die Arbeitslosigkeit steigen.Screenshot ORF
800 Millionen Euro kostet der neue Lockdown wöchentlich. Gabriel Felbermayr, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) sieht 2022 Probleme.

400.000 Menschen könnten "in den nächsten Wochen" durch den Lockdown wieder in Kurzarbeit sein, schätzt Arbeitsminister Martin Kocher, die Arbeitslosigkeit solle aber nicht so dramatisch wie in der Vergangenheit steigen. Und: 800 Millionen Euro pro Woche kostet der Lockdown. Dennoch sagte Wifo-Direktor Gabriel Felbermayr am Dienstagabend in der ORF-"ZiB 2", dass man für heuer "noch optimistisch sein" könne, da "das Jahr 2021 fast im Kasten ist".

"Aber, wir gehen nun natürlich deutlich schwächer ins neue Jahr hinein", so Felbermayr, für Jänner und Feber müsse man einiges von der guten Wirtschaftsprognose zurücknehmen. Damit es ein Ende des Lockdowns am 12. Dezember geben könne, müsse man "wirklich schauen, dass wir nicht wieder eine solche Jojo-Situation hineinkommen", in der das Infektionsgeschehen immer wieder falle und sofort wieder anstiege.

"Ich glaube, jetzt muss die Politik wirklich etwas tun, wenn wir am 13. die Geschäfte öffnen"

"Ich glaube, jetzt muss die Politik wirklich etwas tun, wenn wir am 13. die Geschäfte öffnen", so der Experte, es müsse bundesweit eine funktionierende PCR-Testinfrastruktur geben. "Wenn die Virologen skeptisch sind, muss sich der Wirtschaftswissenschaftler da anschließen", so Felbermayer aber dazu, dass viele Gesundheitsexperten an einem Lockdown-Ende am 12. Dezember zweifeln. Nachholeffekte würden nach dem Lockdown nicht reichen, "um alles wett zu machen", so Felbermayr, aber bekommen man die Situation in den Griff, sehe das Jahr 2022 wahrscheinlich "nicht so schlecht" aus.

Dass die Arbeitslosigkeit erneut explodieren werde, glaube Felbermayr nicht, es rechne allerdings mit "400.000 oder etwas mehr" Arbeitslosen. Generell werde es aber "mehr Kurzarbeit, weniger Arbeitslosigkeit" geben, wenn die Unternehmen erwarten können, dass sie bald wieder aufsperren können und es nicht bis März "einen Durchhänger" mit neuerlichen Lockdowns gebe. Die Politik müsse nun glaubwürdige Maßnahmen ankündigen und umsetzen, dass es Lockerungen geben könne, so Felbermayr. 

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