Wien

Anrainer-Ärger über "Wohnstraße wie im Wilden Westen"

Ruhiger und sicherer hätte die Othmargasse in Wien werden sollen. Gebracht hat die Umwandlung in eine Wohnstraße laut Anrainern nur wenig.
03.05.2022, 12:26

Mit der Neugestaltung des Hannovermarkt wurde die Othmargasse (Brigittenau) in eine Wohnstraße umgewandelt. Gewünscht hatten sich das 72 Prozent der Anrainer in einer Befragung. Was sie bekommen haben, ist laut Bürgerinitiative "Die 20erInnen" von einer Verkehrsberuhigung weit entfernt. In der Theorie sollten in einer Wohnstraße Autos nur im Schritttempo zu- und abfahren und Kinder auf der Fahrbahn spielen können. In der Othmargasse ist das aber unmöglich.

Blechschäden, Gehupe und Streitereien

Die Parkplätze sind weiterhin voll und auf der Fahrbahn herrscht reger Durchfahrtsverkehr – der eigentlich verboten ist. Genau davor hätte man schon im Vorfeld gewarnt, wie Otto Mittmannsgruber von der Initiative im Gespräch mit "Heute" beklagt: "Es kommt einem vor wie im Wilden Westen: Ständig gibt es Blechschäden, Streitereien und Gehupe. Autofahren ohne Regeln."

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Die Wirkungslosigkeit könne man tagtäglich beobachten: Gefährdung von Fußgängern, die Missachtung des Durchfahrtsverbots und des Tempolimits. Ein Eingeständnis der ungelösten Probleme sieht er darin, dass der Bezirk "wirkungslose" Zusatzschilder aufgestellt hat. Zu lesen ist "Durchfahrt verboten" und "Schrittgeschwindigkeit”, "Hupen strengstens verboten” sowie "Kein Parken auf der Fahrbahn".

"Straße ist kein Spielplatz"

Auf Anfrage von "Heute" erklärt Bezirksrat Florian Winkler (SPÖ), dass die Polizei vor Ort bereits massiv kontrolliere: "Luft nach oben gibt es immer, aber die Situation ist viel besser als vorher. Die Othmargasse ist und bleibt eine Straße und kein Kinderspielplatz." Betont wissen will Winkler, dass in einer Wohnstraße lediglich mit spielenden Kindern zu rechnen sei. Explizit dafür vorgesehen, sei sie aber nicht. Hervorgehoben wird von Winkler auch die Wichtigkeit der Straße für Lieferanten des Hannovermarkts: "Ohne sie wäre der Markt tot", warnt er gegenüber "Heute".

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Um den Verkehr in der Wohnstraße tatsächlich zu beruhigen, fordert Mittmannsgruber Poller aufzustellen und die Durchfahrt zu sperren. Besucher des Markts sollen in der nahegelegenen Tiefgarage parken und die Stände ihren Kunden Gratis-Parkscheine ausgeben können. "Es kann halt nicht jeder direkt vorm Standl parken", so Mittmannsgruber.