Illegale Badegäste behindern Retter: 17-Jähriger stirbt

Rettungskräfte und Polizei am Ufer eines Sees in Hessen nach einem tödlichen Badeunfall. Symbolbild
Rettungskräfte und Polizei am Ufer eines Sees in Hessen nach einem tödlichen Badeunfall. Symbolbildpicturedesk.com/dpa/Herbert Matern
Ein Badeunfall nahe Darmstadt sorgt für Trauer – und Wut. Die Einsatzkräfte waren bei der Anfahrt von illegalen Badegästen massiv behindert worden. 

Sommerliche Temperaturen und Kaiserwetter sorgten am Samstag für einen Massenansturm auf einen Baggersee zwischen den Gemeinden Groß-Rohrheim und Biblis bei Darmstadt (Hessen) – und das obwohl der See nicht öffentlich zugänglich und baden dort strikt verboten ist.

Selbst von den Verbotsschildern ließ sich offenbar keiner der Anwesenden abhalten. Am Nachmittag geschah dann das Unglück: ein 17-jähriger Nichtschwimmer, der sich in dem See abkühlen wollte, geriet an dem steilen Ufer in Not. Sein Kumpel – ebenfalls Nichtschwimmer – versuchte vergebens, ihm zu helfen. Schließlich setzte er um 15.51 Uhr die Rettungskette in Gang. 

Rettungskräfte von Wildparkern und Badegästen behindert

Als die mehr als 65 Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Polizei zum Unglücksort vorrücken wollten, geschah das Unfassbare: 

"Leider mussten alle anrückenden Kräfte feststellen, dass die Zufahrtsstraße trotz Halteverbot stark zugeparkt war. Das erschwerte ein zügiges Vorankommen erheblich", schildert die Freiwillige Feuerwehr Groß-Rohrheim die Situation vor Ort. 

Rettung des 17-Jährigen maßgeblich verzögert

Auch der Kreisverband Bergstraße der DLRG übt scharfe Kritik: "Durch parkende Fahrzeuge werden die Rettungsarbeiten erheblich behindert und die Einleitung der Rettung dadurch verzögert!" Erst mit größerer Mühe sei es möglich gewesen, den Bereich komplett zu räumen.

Da war es allerdings bereits zu spät: DLRG-Taucher konnten den leblosen Verunglückten zwar bereits nach kurzer Zeit im Wasser lokalisieren und gegen 16.30 Uhr bergen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen konnten die Notärzte aber nur noch seinen Tod feststellen. Zu diesem Zeitpunkt waren zwischen dem Notruf und der Bergung des Verunglückten bereits mehr als 30 Minuten vergangen.

"Es zählt jede Minute"

"Bei solchen Einsätzen, bei denen ein Menschenleben in Gefahr ist, zählt für die Einsatzkräfte jede Minute", schärfen die Freiwilligen aus Groß-Rohrheim nach. "Wir weisen darauf hin, dass die Halteverbote unbedingt zu beachten sind, damit die Rettungswege jederzeit passierbar sind und bleiben."

In Folge dieses unfassbaren Vorfalls richten die Feuerwehren der Metropolregion Rhein-Neckar auch ein Appell an die Ordnungsbehörden. Diese sollten "Badeverbote kontrollieren und bei Nichteinhaltung Bußgelder verhängen bzw. Platzverweise aussprechen!".

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