Viel Arbeit hatten die Ermittler in der ÖVP-Umfragenaffäre am 6. Oktober. Da fanden Hausdurchsuchungen an gleich 21 Orten statt. Dem "Standard" liegen die Berichte und Aktenvermerke dazu vor. Die lesen sich teils skurril. Beispiel gefällig? Die Razzia am Wohnsitz von Ex-Familienministerin Karmasin. Dort öffnete trotz mehrfachen Läutens niemand. Die Ermittler hatten aber Hilfe von ganz oben: Laut Aktenvermerk soll der Wind die Gartentür des Durchsuchungsobjekts aufgedrückt haben. Drei Beamte entdeckten daraufhin Karmasins Ehemann – in der Küche, wie es sich für einen emanzipierten Haushalt gehört. "Dieser ließ die Beamten ins Haus."
Meinungsforscherin B. wiederum öffnete erst nach einer halben Stunde und "lautem Trommeln an der Tür mit den Fäusten". Die Razzia dauerte dann fast fünf Stunden. Ein Grund: B.s Unterlagen seien "in keiner offensichtlichen Ordnung" abgelegt gewesen. Die Stimmung bei der Diskussion mit ihr beschreiben die Ermittler widersprüchlich als "ruhig und aufgeregt".