"Wir sind das Linzer Corona-Testbus-Team"

"Richi" Keren (33) fährt den Bus, das Quartett des Arbeiter-Samariterbund übernimmt die Testung und Auswertung.
"Richi" Keren (33) fährt den Bus, das Quartett des Arbeiter-Samariterbund übernimmt die Testung und Auswertung.Team fotokerschi
Seit Dienstag ist auch in Linz der Corona-Testbus unterwegs. "Heute" hat die Menschen getroffen, die das Testen möglich machen.

Sie sind Teil des mobilen Teams: Johann Reisenberger (32), Clemens Müller-Guttenbrunn (23), David Baumgartner (21) und Simon Moser (23). Die vier sind für den Arbeiter-Samariterbund im Testbus in Linz im Einsatz.

Seit gestern fährt der Bus von Montag bis Samstag (von 8 bis 15 Uhr) abwechselnd 17 Haltestellen in allen Stadtteilen in Linz an. Pro Station haben die Linzer zwei Stunden lang Zeit, sich testen zu lassen – mit und ohne Voranmeldung - denn so lange steht der Bus an der jeweiligen "Endhaltestelle".

Und dafür, dass der Bus dorthin kommt, wo er hin soll, sorgt natürlich auch jemand. Rijad Keren (33) oder einfach nur "Richie", wie er sich selbst gern nennt. Gemeinsam mit einem Kollegen fährt er für die Firma Sabtours jeweils eine Woche lang den umgebauten Linz-Linien-Testbus von einer zur nächsten Station.

"Richi" Keren (33), Busfahrer des Testbusses: "Fad wird mir eigentlich nicht. Es tut sich immer was" 

Aber was macht man als Fahrer in der Zeit dazwischen, während sich die Menschen testen lassen? "Ich weiß mich schon zu beschäftigen, vertrete mir inzwischen etwas die Füße und schau, dass die Technik im Bus für Licht und Heizung stimmt. Die Leute sollen sich ja auch wohlfühlen. Aber mir taugt's und fad wird mir eigentlich auch nie. Es tut sich immer etwas", sagt der Zweifach Papa, der sonst Regionalbusse und Linzer City-Busse fährt.  

Wann bleibt der Bus wo stehen? Das erfährt man hier

Das Testbus-Team rät, frühzeitig zu kommen. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, muss die nächste Station pünktlich angefahren werden.  

Wir treffen bei unserem Lokalaugenschein das Team am zweiten Einsatztag, gegen 9 Uhr. Diesmal steht der Bus am Urfahrmarktgelände beim Infostand. 

Der Andrang hält sich in Grenzen, vereinzelt trudeln Leute ein, füllen das Anmeldeformular aus und stellen sich vor dem Bus an. Es scheint als würden hauptsächlich Ältere das Angebot nutzen - das war ja auch der Hintergedanke - gerade mobil eingeschränkte und ältere Menschen sollen eine Möglichkeit bekommen, sich quasi vor der Haustür testen zu lassen, wie die Stadt Linz jüngst erklärte.

Doch das Team klärt mich auf. "Das Publikum ist schon auch gemischt. Einige lassen sich direkt gleich in der Früh testen, darunter auch Leute, die das Ergebnis für die Arbeit brauchen. In der ersten Stunde ist eigentlich am meisten los. Die Zahl jener, die spontan kommen, ist ziemlich gleich hoch mit jener der Angemeldeten. "170 Personen ließen sich gestern testen, 300 Leute könnten pro Tag maximal getestet werden, 100 also pro Standort, erzählt Johann Reisenberger. 

Das Ergebnis kann man sich rund 15 Minuten später selbst abholen oder sich per Mail oder SMS zuschicken lassen. 

Die ersten 50 Proben entnommen 

Das Team wechselt sich immer ab. Jeder kann mit dem Teststäbchen eine Probe entnehmen, sie auswerten und das Ergebnis erfassen. "Es ist im Grunde wie beim Schwangerschaftstest. Zwei Striche bedeutet, man ist positiv, einer steht für negativ", sagt der 21-jährige David Baumgartner, der sich in voller Montur mit Schild und Schutzbekleidung neben mich stellt. 50 Proben hat er bislang genommen, erzählt er. Dann muss er auch schon wieder zurück in den Bus, denn der nächste Patient wartet. 

Sie muss noch in der Mini-Schlange auf ihren "Nasenbohrer-Test" warten: Ulrike Zawada (51) aus Linz. Warum sie sich testen lässt? Einen bestimmten Grund dafür gibt es nicht. "Ich lasse mich regelmäßig testen, um sicher zu gehen, dass ich niemanden anstecken kann. Das liegt in meiner und unser aller Verantwortung", sagt sie. Ich nicke.  

Übrigens: ob links oder rechts - die Tendenz bei der Probenentnahme geht eher in Richtung rechtes Nasenloch, wie mir Clemens Guttenbrunn verrät. Das liegt aber vermutlich daran, weil man meist schon so sitzt und der Tester so eher dran kommt, erklärt der 23-Jährige. 

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