"Wir stecken in Sarajevo fest, Masken gelten nicht mehr"

Weil fast alle Flüge in Sarajevo ausgefallen sind, füllte sich die Flughafenhalle.
Weil fast alle Flüge in Sarajevo ausgefallen sind, füllte sich die Flughafenhalle.20 Minuten
Die Swiss musste wegen starken Nebels ihre Flüge von und nach Sarajevo streichen. Passagiere mussten stundenlang am überfüllten Airport warten.

Wegen starken Nebels musste die Swiss am Sonntag den für 9.40 Uhr angesetzten Flug von Sarajevo nach Zürich streichen. Zu diesem Zeitpunkt fanden sich die Passagiere und Passagierinnen bereits am Flughafen der bosnischen Hauptstadt ein. Da auch andere Flüge wegen der schlechten Wetterbedingungen nicht abgewickelt werden konnten, füllte sich die Flughafenhalle. Eine betroffene Leserin schätzt, dass sich rund 800 Personen dort eingefunden hätten.

"Die Swiss-Mitarbeitenden waren maßlos überfordert", sagt die 36-jährige Zürcherin, die sich um 7 Uhr am Flughafen eingefunden hatte. "Wir haben uns Stunden die Beine in den Bauch gestanden und warteten auf die Hotel-Koordination", so die Leserin weiter. Die Swiss habe auch keine Getränke oder Snacks an die gestrandeten Passagierinnen und Passagiere verteilt, so die betroffene Swiss-Passagierin weiter.

"Ich fühle mich im Stich gelassen"

Die 36-Jährige habe zwar Verständnis dafür, dass bei einem kurzfristig abgesagten Flug ein gewisses Chaos ausbreche, Sorgen macht sie sich aber wegen der Corona-Lage. "Abstände und Maskenpflicht wurden nicht eingehalten. Was bringen denn die negativen Corona-Tests, wenn man sich in so einem Virenparadies wohl sämtliche Varianten einfangen kann?", fragt sie. Sie habe aus Sorge vor einer Ansteckung konsequent eine Schutzmaske getragen und andere um Abstand gebeten. Die Zürcherin fühlt sich von der Swiss im Stich gelassen.

«Nach über drei Stunden des Anstehens haben wir dann doch noch ein Hotel organisiert bekommen», sagt die Leserin. Zwar hätte sie mit anderen Reisenden in einem Kleinbus zum Hotel fahren können, darauf habe sie aber aus Angst vor einer Corona-Ansteckung verzichtet: "Die Mehrheit der Mitreisenden trug die Maske falsch oder verzichtete sogar ganz auf eine." Sie habe deshalb ein Taxi auf eigene Kosten organisiert. Nun müsse sie erneut einen Corona-Test für den neuen Flug machen und diesen auch selbst bezahlen, wie ihr in der Swiss-Hotline gesagt worden sei.

Swiss spricht von "Ausnahmezustand"

Die Swiss bestätigt, dass sowohl der Hinflug nach Sarajevo als auch der Rückflug nach Zürich wegen des starken Nebels gestrichen werden mussten. Sämtliche von den Flugausfällen betroffenen Personen seien auf die Flüge am Montag umgebucht worden. In Zürich habe dies 19 Fluggäste betroffen; in Sarajevo 99.

"Die vielen Flugausfälle haben die Infrastruktur am Flughafen von Sarajevo zusammenbrechen lassen", sagt Swiss-Mediensprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage. Die Personalbesetzung der Swiss in Sarajevo sei im Vorfeld auf Normalbetrieb geplant worden. Die sich plötzlich verschlechterten Wetterbedingungen hätten schließlich zu einem Ausnahmezustand geführt.

"Swiss versucht, alle betroffenen Passagierinnen und Passagiere mit Snacks und Getränken zu versorgen", so die Mediensprecherin weiter. Sie versichert, dass alle betroffenen Fluggäste in Hotels untergebracht würden. Dies brauche Zeit. Man arbeite in Sarajevo jedoch mit Hochdruck daran.

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