Wirbel um gekreuzigtes Huhn bei Ausstellung

Bild: Deobrah Sengl

Ab Freitag zeigt die 1974 geborene Künstlerin Deborah Sengl in Wiener Neustadt ihre neuesten Werke. Als Plakatmotiv für die Ausstellung, die bis 29. September zu sehen sein wird, wählte die Künstlerin ein Huhn mit Dornenkrone und Lendenschurz, das ans Kreuz geschlagen ist - ein Teil der 2012 geschaffenen Serie "Via Dolorosa". Jetzt protestiert die Kirche gegen dieses Werk.

Ab Freitag zeigt die 1974 geborene Künstlerin Deborah Sengl in Wiener Neustadt ihre neuesten Werke. Als Plakatmotiv für die Ausstellung wählte die Künstlerin ein Huhn mit Dornenkrone und Lendenschurz, das ans Kreuz geschlagen ist - ein Teil der 2012 geschaffenen Serie "Via Dolorosa". Jetzt protestiert die Kirche gegen dieses Werk.
Das Bild eines gekreuzigten Huhns sorgt in der Katholischen Kirche für Aufregung: Ausgererchnet in einem ehemaligen Kloster in Wiener Neustadt soll das Werk ab dem 23. August von Sengl ausgestellt werden.
Laut Sengl, die bereits Papst Benedikt auf Korn genommen hatte, richtet sich das Bild gegen Grausamkeiten gegen Tiere und nicht gegen Christen: "Ausgangspunkt der Arbeit Via Dolorosa sind die 14 Stationen des Kreuzwegs Jesu Christi. In dieser Serie sehen wir jedoch nicht den Sohn Gottes, sondern ein Huhn als Märtyrer leiden. Was auf den ersten Blick blasphemisch wirken mag, ist keine Kritik am christlichen Glauben, sondern thematisiert das Tierleid in der Nahrungsproduktion unserer Zeit."

Die Online-Seite "katholisches.info" sieht das anders und bezeichndet das Bild als "Verhöhnung des gekreuzigten Christus": "Die Frage, ob die österreichische Künstlerin Deborah Sengl besonders tierliebend oder besonders menschenverachtend ist, mag der Betrachter selbst ergründen.", heißt es auf der Webseite. Und weiter: "Eine besondere Verachtung hegt die 1974 in Wien Geborene für die katholische Kirche und vor allem für Papst Benedikt XVI."

Die neue Ausstellung von Deborah Sengl wird vom 23. August bis zum 29. September im Museum St. Peter an der Sperr in Wiener Neustadt zu sehen sein.

Sengl zeigt bevorzugt menschliche Gestalten, doch die Menschenköpfe ersetzt die Künstlerin systematisch durch Tierköpfe. Ihre Vorliebe für Chimären aus Mensch und Tier variiert sie erst seit 2011 auch durch Zwitterfiguren aus Mensch und Blume.
In den ersten Jahren ihres Schaffens wählte sie als Motive Tierstudien, Sport, Außenseiter, Militär und Polizei. Ihr Werk wird der Concept Art zugerechnet und beschäftigt sich mit „Tarnung und Täuschung“, mit „Maskerade und Camouflage“. 2006 entdeckte sie das Thema Kirche. Das Motiv des Wolfes im Schafspelz steigerte bei Deborah Sengl im Laufe der Jahre vom Schaf im Wolfspelz (2000) über den Wolfsschaf (2003) zum Schafspriester und Wolfspriester (2006) bis zum Wolfsschafpriester (2008) und schließlich zum Wolfsschafpapst (2011).
Sengl wählt als Grundlage Photographien. Für ihre Papstbilder sind unverkennbar die Züge von Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zu erkennen. Das Bild Selig die Unwissenden schuf Sengl 2011. Es zeigt den als Papst verkleideten Wolf im Schafspelz, der mit einer Grimasse den Boden leckt.

St. Peter an der Sperr war die Kirche der Dominikaner, die sich bereits im 13. Jahrhundert in Wiener Neustadt niedergelassen hatten. Die Kirche in ihrem heutigen Aussehen 1444 entstanden, fiel dem Klostersturm Kaiser Josefs II. zum Opfer und wurde Ende des 18. Jahrhunderts profaniert.

Das Museum St. Peter an der Sperr wird von der Kultur Marketing Event – Wiener Neustadt GmbH (KME) verwaltet, die zu 100 Prozent der Stadt Wiener Neustadt gehört.



Kritik an SPÖ

"Katholisches.info" kritisiert die SPÖ für die Erlaubnis an die Künstlerin, die Ausstellung zeigen zu dürfen: "Die Entscheidungen sind politischer Natur und liegen in der Verantwortunng von Kulturstadträtin Isabella Seidl (SPÖ) und dem SPÖ-nahen KME-Geschäftsführer Michael Wilczek", heißt es auf der Webseite der Kirchenfreundlichen Institution.

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