Die Gratis-Tests gegen das Coronavirus spalten die Bevölkerung in Österreich. Eine knappe Mehrheit von 50 Prozent der Befragten hat sich in einer aktuellen "profil"-Umfrage für eine Beibehaltung der kostenlosen Corona-Tests ausgesprochen. 48 Prozent wollen hingegen, dass für Tests künftig bezahlt werden muss.
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat sich erst kürzlich in der ORF-"Pressestunde" für ein mögliches Ende der Gratis-Tests ausgesprochen. "Man wird wohl der Mehrheit nicht auf Dauer erklären können, die auch mit ihren Steuergeldern das bezahlt, dass man das Testen aufrecht erhält, für eine Minderheit, die nicht geimpft ist. Aus meiner Sicht werden wir uns das ansehen müssen", so die Ministerin.
Auch Bundeskanzler Karl Nehammer ist für ein Aus der Gratis-Covid-Tests! Die ÖVP stellt die Tests aufgrund von Kosten von bisher 2,6 Milliarden Euro generell infrage. Beim Corona-Gipfel am heutigen Mittwoch mit den Landeschefs könnte jedenfalls ihr Ende eingeläutet werden.
Denn die Gratis-Tests werden beim Treffen ein zentrales Thema sein. Bis Ende März werden die Corona-Tests aber noch mit Sicherheit gratis bleiben, das ist so auch im Gesetz verankert. Danach ist es aber durchaus möglich, dass die Tests künftig kostenpflichtig werden.
Allerdings nicht in allen Bundesländern, denn Wien geht wohl erneut einen eigenen Weg! Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker wollen nämlich die Gratis-Tests gegen das Coronavirus unbedingt beibehalten. Das haben die beiden SP-Politiker unlängst mit einer Umfrage der Wiener Gesundheitsbehörden unterstrichen.
Laut der Umfrage sprechen sich nämlich drei von vier Wienern deutlich dafür aus, dass die Tests gratis bleiben sollen. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) unterstützt zudem die Impfpflicht, 58 Prozent wollen laut Puls4 auch eine 2G-Regel in der Gastronomie.
Es gibt zudem eine positive Korrelation von breitflächigem Testen und Hospitalisierungen sowie Infektionszahlen. Wien hat durch das breitflächige Vermeiden von Folgeinfektionen weniger Hospitalisierungen gehabt und man sieht sogar, dass wir eine besonders unterdurchschnittliche Entwicklung bei den Todesfällen hatten", erklärt Mario Dujaković, Sprecher des Wiener SP-Gesundheitsstadtrates Peter Hacker.
Konkret hatte es folgende Effekte:
➤ 44.000–60.000 vermiedene Infektionen alleine im letzten Quartal
➤ 58.000–78.000 vermiedene Krankenstandstage
➤ rund 840.000 vermiedene Quarantänetage
Das hat auch die öffentliche Hand einige Kosten erspart:
➤ 38–42 Millionen Euro direkt im Gesundheitsbereich
➤ 141–156 Millionen Euro an Einsparungen aufgrund volkswirtschaftlicher Effekte
Wien liegt aktuell bei einem BA.2-Anteil von 22,7 Prozent des Infektionsgeschehens. "Wir schätzen, dass Ende kommender Woche BA.2 dominant sein wird, was natürlich auch Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben wird. Um besser planen und prognostizieren zu können, bräuchte es eine breite und stabile Testinfrastruktur", so Dujaković weiter.