Wirbel um OMV-Messungen mit Schwerfahrzeugen

Aufregung um OMV-Messungen mit Seismik-Fahrzeugen in Langenzersdorf: Laut SP gab es keine Vorabinformationen, die OMV dementiert.
"Wir sind erschüttert, dass die OMV in aller Früh, mit den Rüttelangriffen (Seismikuntersuchungen) in Langenzersdorf begonnen hat, ohne zuvor die Bevölkerung zu informieren. Wir warnen seit Wochen davor, dass es bei diesen Untersuchungen, die durch eine Kolonne von Seismik-Schwer-Lkw durchgeführt werden, zu Schäden und Rissbildungen an Häusern kommen kann", so Christoph Baumgärtel von der SP Langenzersdorf.

Wie berichtet, hatte es im Marchfeld zuvor bereits Beschwerden von Anrainern gegeben (siehe auch Bericht "Anrainer klagt OMV").

"Nun wurde aber in einer Nacht- und Nebelaktion die gesamte Bevölkerung von Langenzersdorf im Schlaf überrascht!", zeigt sich Baumgärtel erzürnt. "Wir haben einen aufrechten Gemeinderatsbeschluss, der es der OMV dezidiert verbietet, im Gemeindegebiet derartige Untersuchungen durchzuführen und zudem gab es seitens der OMV das Versprechen, falls doch, aber eben nur auf privatem Grund, gerüttelt wird, rechtzeitig vorher die Bevölkerung zu informieren, damit man vorsorgen kann. Nun wurde aber ohne Vorwarnung doch gerüttelt!"

CommentCreated with Sketch.27 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Und Baumgärtel abschließend: "Sollten Bürger Schäden an ihren Häusern bemerken und jetzt durch die einseitige und überfallsartige Aktion der OMV den Ur-Zustand ihrer Häuser nicht mehr rechtzeitig dokumentieren können, werden wir die OMV auch öffentlich zur Verantwortung ziehen."

Stellungnahme der OMV

Die seismischen Messungen im Gemeindegebiet Langenzersdorf begannen am 18. Dezember 2018 vormittags um 8:15 Uhr. "In der Nacht finden keine Messungen statt. Selbstverständlich ist die OMV an einem offenen und transparenten Dialog interessiert und steht nach wie vor für Informationen und Gespräche wie in allen anderen Gemeinden zur Verfügung. Die OMV ist an die Gemeindevertretung Langenzersdorf im Mai 2018 mit der Information über die geplanten seismischen Messungen schriftlich herangetreten und hat entsprechend informiert", heißt es seitens der OMV in einem schriftlichen Statement zu den Vorwürfen.



Im Zuge des Parteiengehörs der Marktgemeinde Langenzersdorf im Genehmigungsverfahren für die Seismik-Messungen übermittelte das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus detaillierte Informationen. Die Marktgemeinde Langenzersdorf habe sich in diesem Verfahren nicht gegen das Projekt ausgesprochen.



"Weiters fanden zwei persönliche Fachgespräche mit politischen Vertretern der Marktgemeinde Langenzersdorf und OMV Vertretern bereits im August und Oktober 2018 statt, an denen Herr Baumgärtel leider nicht teilnahm. Die Vertreter der Gemeinde nahmen breitere Informationsangebote und Lokalaugenscheine nicht wahr", so der Konzern weiter.



"In einem Schreiben des Bürgermeisters der Marktgemeinde Langenzersdorf wurde die Projektleitung darüber informiert, dass keine Zustimmung zur Benützung von im Eigentum der Marktgemeinde Langenzersdorf stehenden Grundstücken und von Gemeindestraßen für die seismischen Messungen erfolgt ist. Solche Grundstücke und Straßenzüge wurden und werden auch selbstverständlich nicht für die seismischen Messungen in Anspruch genommen. Zusätzliche wurde seitens OMV eine Einbautenanfrage für das Gemeindegebiet gestellt, um erforderliche Sicherheitsabstände zu gewährleisten."

"Messungen keine Überraschung"

Weiters betont die OMV nochmal, dass keine Schäden auftreten würden: "Aufgrund unserer Auflagen in Bezug auf die ÖNORM S9020 sind die von uns ausgelösten max. Schwinggeschwindigkeiten unterhalb des Grenzwertes für denkmalgeschützte Gebäude. Das bedeutet, dass wir mit der Einhaltung der Grenzwerte keinen Schaden verursachen können. Die Durchführung der Messungen war und ist Gegenstand einer breiten Berichterstattung in den Print-Medien, die wir aktiv unterstützen."



"Die seismischen Messungen erfolgen ausschließlich auf Grundstücken und Straßen, deren Eigentümer den Messungen zugestimmt haben. Es kann daher keine Rede davon sein, dass die Durchführung der seismischen Messungen überraschend oder ohne Zustimmungen erfolgte", so die OMV abschließend.

(wes)

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