Wirbel um türkischen Gesang bei Fest zum Schulstart

Symbolbild eines Schulstarts.
Symbolbild eines Schulstarts.iStock (Symbol)
Im Rahmen eines interkulturellen Festes in Sollenau trug auch ein islamischer Religionslehrer ein Gebet vor. Die FP und ein Elternteil üben Kritik.

"Nach der Ansprache vom Pfarrer war der Spaß und die Vorfreude schnell vorbei", so der Vater eines Kindes der Volksschule Sollenau (Wr. Neustadt-Land). Nach wenigen Minuten soll ein islamischer Vertreter auf türkisch einen Gesang vorgetragen haben, "der einigen Eltern Entsetzten in die Gesichter schrieb. Viele Kinder sahen sich ratlos an, wussten nicht was da gerade passiert und was der Mann singt".

FP mit Kritik

Für FPNÖ-Landesobmann Udo Landbauer ein No-Go: "Wir brauchen in Niederösterreich keinen türkischen Gesang und schon gar keinen Muezzin in unseren Volksschulen. Das fördert maximal Gegen- und Parallelgesellschaften und trägt nicht zur Integration bei." Die FP werde in jedem Fall der Sache nachgehen.

"Ein Fest des Miteinanders"

Doch was war die Idee hinter dem Fest in Sollenau? Einfach ein Fest des Miteinanders, wie Direktorin Isabella Ramerseder auf "Heute"-Anfrage betont. Das Willkommensfest fand zum Schulstart Montagfrüh für Schulanfänger, Eltern und Lehrer im Beisein des Bürgermeisters, des Pfarrers, eines katholischen Religionslehrers und eines islamischen Religionslehrers unter Einhaltung des Abstands nicht in der Kirche, sondern auf einem neutralen Platz im Grünzweig-Zentrum statt.

Früher Gottesdienst in der Kirche

In den vergangenen Jahren hatte es immer einen Gottesdienst in der Kirche gegeben - nur für Katholiken. Ein großer Teil der Schüler nahm daran nicht teil, erschien erst zur zweiten Stunde. In Sollenau gibt es einen hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund.

Zum Ende des vergangenen Schuljahres gab es nun ein erstes interkulturelles Fest: "Das wurde von Schülern und Lehrern gut angenommen", so die Direktorin, die sich deshalb entschloss, auch ein gemeinsames Fest für alle Erstklassler zum Schulstart zu machen - einen Wortgottesdienst unter Einbezug eines islamischen Lehrers, der aus dem Koran ein Gebet vortrug. "Es ist einfach so, dass wir an meiner Schule viele unterschiedliche Kulturen haben, es ist anders wie noch vor etwa zehn Jahren."

Kinder sollen einander kennenlernen

Für Ramerseder sei das Fest im Sinne der Toleranz gestanden: "Ich bin der Meinung, die Kinder sollen einander kennenlernen, auch in der Kultur." Nach dem Fest sei ihr überhaupt kein kritisches Wort entgegengebracht worden. Ob ein interkulturelles Fest in Zukunft stattfinden wird, müsse sie dennoch nun überdenken.

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