Wie integriert man Langzeitarbeitslose wieder erfolgreich ins Berufsleben? Mit dieser essentiellen Frage beschäftigen sich in Niederösterreich mehr als zwei Dutzend soziale Unternehmen. Geht es nach dem AMS NÖ soll es drei der Projekte schon bald nicht mehr geben.
Der Grund: Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich ändert seine Strategie und verlagert finanzielle Mittel in jene Regionen, in denen die Langzeitarbeitslosigkeit vergleichsweise hoch ist – "Heute" berichtete darüber ausführlich.
Das Projekt "Eibetex" in Waidhofen/Thaya und der Verein "J.O.B." in Waidhofen/Ybbs fallen der Restrukturierung der Fördermittel zum Opfer, wie bereits bekannt gegeben wurde. Sehr zum Ärger der SPÖ, die eine Petition für den Erhalt startete.
Über das dritte betroffene Projekt will man seitens des AMS rund um Landesgeschäftsführerin Sandra Kern nichts sagen. Es würden noch Gespräche laufen, die man nicht stören wolle, hieß es bereits vor einigen Tagen gegenüber "Heute".
Klassisch "reingegrätscht" ist hier nun die SPÖ Niederösterreich – oder doch nicht? SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudi Silvan brachte nun das Projekt "ARGE Chance", konkret den Standort in Schwechat (Bezirk Bruck), ins Spiel. Dieser solle laut seinen Informationen geschlossen werden. "Kern raubt derart vielen Menschen die Perspektive, aber wir geben die Hoffnung nicht auf und kämpfen für die Erhaltung des Standortes in Schwechat!
Die Schwechater Bürgermeisterin Karin Baier ist ebenfalls für einen Erhalt: "Sollte die Arge Chance in Schwechat tatsächlich geschlossen werden, handelt es sich um eine klare Fehlentscheidung! Geschäftsführer Günther Rieck und sein Team leisten tolle Arbeit, es wäre sehr schade für unsere Stadt, wenn die derzeit 13 Transitarbeitsplätze und damit auch die fünf Stellen der Beschäftigten verloren gingen", so die Stadtchefin.
Aber: Muss man überhaupt für den Erhalt des ARGE Chance-Standortes in Schwechat kämpfen? Die Antwort des AMS NÖ lautet Nein, denn das Projekt soll sowieso weiter bestehen bleiben.
"Im Raum Schwechat sind gute Angebote in ausreichender Zahl für langzeitarbeitslose Personen notwendig. Wir werden daher auch im Jahr 2024 den Standort Schwechat der Arge Chance im aktuellen Ausmaß weiter fördern. Auch garantieren wir den Erhalt der bestehenden 13 Transitarbeitsplätze für das kommende Jahr", sagt dazu Siegfried Hirsch aus dem Büro der AMS NÖ-Landesgeschäftsführung.
Über das dritte von einer Schließung betroffene Projekt will man nach wie vor nicht sprechen. "Neben Eibetex und J.O.B. ist ein dritter Standort von einer Schließung betroffen. Hier laufen allerdings noch Gespräche, die nicht behindert werden sollen, daher können wir weiterhin dazu keinen Namen nennen", heißt es seitens des AMS NÖ.