Wird dieser Skandal-Scheich der neue FIFA-Boss?

Salman bin Ebrahim al-Khalifa, Gianni Infantino
Salman bin Ebrahim al-Khalifa, Gianni Infantinopicturedesk
Im Fußball-Weltverband rumort es. Gegen Präsident Gianni Infantino läuft ein Verfahren. Sollte er stolpern, wird ein Skandal-Scheich der Nachfolger.

Die Schweizer Justiz ermittelt gegen Gianni Infantino. Die Vorwürfe: Geheime Treffen mit Michael Lauber, dem Chef der Berner Bundesanwaltschaft, auf den Infantino laut Ermittlern unangemessenen Einfluss nehmen will. Vermutete Tatbestände: Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung und Anstiftung. Stolpert der Nachfolger von Sepp Blatter über die Vorwürfe?

Danach sieht es momentan nicht aus. Zumindest will die FIFA an Infantino festhalten. Sonderermittler Stefan Keller habe "weder hinreichende Anhaltspunkte, noch eine klare und nachvollziehbare Rechtsgrundlage" zur Verfahrens-Eröffnung vorweisen können, wie es in einer Aussendung des Verbands heißt.

Doch was passiert, wenn Infantino doch abtreten muss, zum Beispiel von der FIFA-Ethikkommission gesperrt wird? Dann ist zumindest interimistisch die Nachfolge geregelt. Konkret würde dann Salman bin Ebrahim al-Khalifa zum Zuge kommen. Doch auch er ist keine unumstrittene Persönlichkeit in der FIFA.

Salman ist Präsident des Asia­tischen Fussballverbandes und dienstältester FIFA-Vizepräsident. Er ist ein Scheich aus Bahrain und Mitglied der dortigen Königsfamilie. Vor vier Jahren wollte er die Nachfolge Blatters an der FIFA-Spitze antreten, scheiterte bei der Wahl aber an Infantino.

Gegen ihn gibt es schwere Vorwürfe. 2011 sei er an der Niederschlagung des Arabischen Frühlings in seiner Heimat beteiligt gewesen. Er habe eine Untersuchungskommission geleitet, die regimekritische Sportler verhaften und an die Justiz ausliefern sollte. Salman bestreitet die Vorwürfe: "Nichts als Verdrehungen und haltlose, politisch motivierte Anschuldigungen, die mich nicht tangieren, weil sie boshaft und frei ­erfunden sind." Allerdings war es die staatliche Nachrichtenagentur Bahrains, die seine Rolle damals veröffentlichte.

2016 versuchte er, die Deligierten beim FIFA-Wahltag mit allen Mitteln zu beeinflussen. Vor der Halle, in der die Wahl stattfand, standen 20 Männer mit Plakaten, die den Scheich hochleben ließen. "Ich unterstütze den sauberen Mann", "Salman ist die beste Wahl für die neue FIFA" oder "Ja für Salman" stand auf den Schildern. Die Männer sollen für drei Stunden Anfeuerung 75 Euro Honorar erhalten haben, ausgezahlt von einem älteren Mann direkt bei der Halle.

Ob Infantino stolpert und durch den Scheich ersetzt wird, bleibt abzuwarten. Geht es nach Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter, muss Infantino auf jeden Fall gehen. "Er ist nicht mehr tragbar", meint der 84-Jährige, der nach Korruptions-Vorwürfen von der Ethik-Kommission gesperrt wurde. "Die Ethikkommission muss auch gegen ihn ein Verfahren einleiten und ihn suspendieren!"

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