Wird Ex-Kanzlergattin Chefin der Hofreitschule?

Die spanische Hofreitschule habe unter aktueller Führung drastisch an Qualität eingebüßt, bemängeln Kritiker.
Die spanische Hofreitschule habe unter aktueller Führung drastisch an Qualität eingebüßt, bemängeln Kritiker.Bild: picturedesk.com
Bis 4. Dezember läuft die Ausschreibung noch. Insider munkeln aber, Sonja Klima stehe als neue Geschäftsführerin bereits fest.

Die Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule in Wien, Elisabeth Gürtler, scheidet mit Jahresende auf eigenen Wunsch aus dieser Position aus. Die Ausschreibung für ihre Nachfolge läuft offiziell noch bis Dienstag, laut Insiderinformationen aus dem Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus ist die Entscheidung aber bereits vor Ende der Bewerbungsfrist gefallen: Ex-Kanzlergattin Sonja Klima soll demnach ab 2019 die Zügel in die Hand nehmen. Ressortsprecher Daniel Kosak kann diese Personalie gegenüber "Heute" nicht bestätigen: "Nach Ende der Ausschreibungsfrist wird es sicher noch drei bis vier Wochen dauern, bis der Nachfolger feststeht."

Ex-Oberbereiter warnt vor "Katastrophe"

Der ehemalige Oberbereiter der Hofreitschule, Klaus Krzisch, ließ in den letzten Jahren jedenfalls kein gutes Haar an Gürtler. Für ihn wäre es "irrsinnig wichtig, jetzt jemanden vom Fach zu bekommen, sonst ist es mit der Schule auf ewig vorbei". Krzisch verbrachte 45 aktive Dienstjahre in der Hofreitschule, nach einem Zwist mit den Vorgesetzten wehrte er sich erfolgreich gegen die Zwangspensionierung und blieb fünf weitere bei vollen Bezügen am Haus.

Auch in Reiter-Kreisen werde über Klima als neue Chefin gemunkelt, sagt er zu "Heute" – eine Entscheidung, die für ihn "eine Katastrophe" wäre. "Jetzt gehören einmal Leute her, die keine Wanderreiter sind und die Ahnung von Pferden und Pferdeausbildung haben", wünscht er sich für die Hofreitschule, deren Niveau er im Verfall sieht: "Die Schule war früher die Richtlinie für Dressurreiter auf der ganzen Welt." Dieser Status sei verloren gegangen, weil keine Fachleute mehr dort tätig seien. "Der Geschäftsführung war nur ein Ball wichtig und oft in den Medien zu sein. Vom Reiten hat man nichts verstanden und so schaut die Schule jetzt auch aus."

Fête Impériale schützte vor Roten Zahlen nicht

Gürtler stand bei ihren Mitarbeitern immer wieder in der Kritik. Von Anfang an versuchte sie den Sparstift anzusetzen, entließ nach Amtsantritt zwei der wichtigsten Oberbereiter der international hoch angesehenen Schule.

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Um die Spanischen Hofreitschule in die schwarzen Zahlen zu führen, veranstaltete Gürtler seit 2010 die Fête Impériale. Doch auch mit dem Sommerfest konnte sie das Unternehmen nicht aus den Roten Zahlen führen. Insgesamt machte sie im Jahr 2017 einen Verlust von rund 460.000 Euro. Und das trotz einer Zuchtförderung von einer Million Euro.

Mit dem Rücktritt werde auch der Ball nicht weiter von Gürtler veranstaltet. Ob ihr mögliche/r Nachfolger/in diesen weiterführen will, ist noch nicht klar. (red)

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