Österreich

Wird Wien erste Stadt mit einer Umweltzone?

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:42

Nach den erschreckenden Feinstaubmessungen der letzten Zeit überlegt die Wiener Stadtregierung nun eine Umweltzone. Sie könnte bereits 2013 in Kraft treten. Schadstoffreiche Fahrzeuge müssten sich dann von bestimmten Stadtgebieten fernhalten. Wien wäre in Österreich die erste Stadt mit einer solchen Umweltzone.

der letzten Zeit überlegt die Wiener Stadtregierung nun eine Umweltzone. Sie könnte bereits 2013 in Kraft treten. Schadstoffreiche Fahrzeuge müssten sich dann von bestimmten Stadtgebieten fernhalten. Wien wäre in Österreich die erste Stadt mit einer solchen Umweltzone.

Dass die Feinstaubbelastung ein großes Problem für Umwelt und Gesundheit darstellt, haben gerade die nebeligen Novembertage gezeigt. Mehrmals wurden die Grenzwerte in letzter Zeit überschritten. Eine mögliche Lösung wäre die Einführung einer Umweltzone. Laut dem grünen Umweltsprecher Rüdiger Maresch könnte eine solche Zone bereits im Herbst 2013 in Kraft treten.

Ob die Umweltzone tatsächlich kommen wird, hänge aber davon ab, "ob die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung außerhalb des Gürtels greift". Maresch ist aber nicht besonders optimistisch, dass die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide alleine dadurch gesenkt werden kann. "Ich glaube aber fast, dass wir es machen müssen", hält er eine Umweltzone für wahrscheinlich.

Die zusätzlichen Parkpickerlzonen sollen mit September 2012 gültig sein - danach wird man sehen, ob die neuen Maßnahmen erfolgreich sind. Ist das nicht der Fall, will Maresch bereits einen konkreten Plan in der Schublade haben. Er kündigte daher eine Machbarkeitsstudie an.

Hälfte des Feinstaubs durch Verkehr produziert

Laut Maresch wird rund die Hälfte des Wiener Feinstaubs durch den Verkehr produziert. Bei einer Umweltzone könnten schadstoffreiche Fahrzeuge nicht mehr in bestimmte Stadtgebiete einfahren. Konkret wünscht sich der Umweltsprecher ein derartiges Verbot etwa für alte Lkw und Diesel-Pkw bis inklusive der Abgasnorm Euro 2 bzw. Euro 3 ohne Nachrüstfilter. Verstöße würden entsprechende Strafen zur Folge haben.

Praktisch umgesetzt werden soll die Maßnahme mittels Plaketten, mit welchen Fahrzeuge entsprechend ihrer Abgasklasse versehen werden. Das ist auch in einigen deutschen Städten üblich. Je nach Klassifizierung ist dann die Einfahrt in die Umweltzone erlaubt oder verboten - letzteres entweder generell oder an belastungsintensiven Tagen.

Großteils des Feinstaubs nicht innerhalb des Gürtels

Welche konkreten Stadtgebiete die Zone umfassen könnte, darüber soll die Studie Aufschluss geben. Möglichkeiten wären etwa der gesamte Stadtbereich oder alle Bereiche innerhalb der Vorortelinie oder des Gürtels, so Maresch. Er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass ein Großteil des Feinstaubs bzw. der Stickoxide nicht innerhalb des Gürtels, sondern im Umkreis der großen Einfallsstraßen entstehe.

Rechtlich stehe einer Umweltzone in Wien jedenfalls nichts im Wege. Es brauche lediglich noch eine Verordnung durch Umweltminister Nikolaus Berlakovich, welche die Einstufung von Fahrzeugen nach Emissionswerten bundesweit einheitlich regelt und entsprechende Plaketten vorschreibt. Der Minister hat laut Maresch allerdings eine solche in Aussicht gestellt, sollte seitens eines Bundeslandes der Wunsch danach bestehen.

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