Wirt erteilt Gastro-Obmann "lebenslanges Hausverbot"

Auszug des Postings des Wirts
Auszug des Postings des WirtsGetty Images/iStockphoto (Symbol), Screenshot
Gastro-Obmann Mario Pulker hatte eine generelle Impfpflicht gefordert. Das kam nicht bei allen Wirten gut an.

Mario Pulker, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer, hatte sich im "Kurier" für eine Impfpflicht in der Gastronomie ausgesprochen. "Ich würde sowieso generell in eine Impfpflicht gehen. Und fertig", fordert der Branchensprecher. "Die, die sich nicht impfen lassen, müssen halt draußen bleiben."

Dazu äußerte sich das Ministerium am Mittwoch nicht direkt, mit der 3-G-Regelung habe man jedenfalls "eine sehr wichtige Maßnahme gesetzt". Mit Verweis auf die Nachtgastronomie hieß es, dass mit der 2-G-Regel ab 22. Juli "für bestmögliche Sicherheit" gesorgt werde.

Kritik an Aussagen

Matthias Krenn, Bundesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft, zeigte sich über den Impfvorstoß von Pulker empört: "Dass ausgerechnet du als oberster WKO-Gastronom allen Nicht-Geimpften, Gesunden, Genesenen und Getesteten den Zutritt zu den Lokalen deiner Mitglieder verwehren willst, ist hochgradig verstörend und hinterlässt deine WK-Mitglieder sprachlos."

Ähnliche Kritik übte gestern FPNÖ-Landesobmann Udo Landbauer in einer Aussendung: „Dass ausgerechnet der oberste Gastro-Vertreter in der Wirtschaftskammer nur mehr Geimpften den Zutritt zu Lokalen gewähren und somit alle Gesunden, Genesene und Getestete aussperren will, erstaunt doch einigermaßen."

Einem Wirten aus der Wachau platzte der Kragen ob der Aussagen von Pulker - mehr dazu hier. In einem Facebook-Posting erteilte er ein Hausverbot: "Lieber Mario Pulker, hiermit erteile ich Dir im Nikolaihof Wachau ein lebenslanges Hausverbot!"

"Ziehe Dich in ein WKÖ-Kammerl zurück"

Weiter heißt es: "Du forderst eine Impfpflicht für alle damit die Kontrollen einfacher werden! Gehts noch? Seit Jahren habe ich von Dir als Spartenobmann nur noch unseriöse und dumme Aussagen gehört! Bitte ziehe Dich in ein WKÖ-Kammerl zurück und schweige!" Binnen Kürze erhielt der Wirt für sein Posting weit über 200 Likes.

Gegenüber dem "Kurier" bezeichnete Pulker das Posting als "höchst despektierlich". Man könne jemandem leicht ein Hausverbot erteilen, der nie zu einem komme. "Da kann er genauso gut dem Arnold Schwarzenegger oder Joe Biden ein Hausverbot erteilen. Und meint er vielleicht das Kammerl in der WKÖ, wo wir den Umsatzersatz von 80 Prozent oder die Hygieneförderung verhandelt haben? Von denen wird er auch nicht wenig profitiert haben", wird Pulker zitiert.

Nachtgastronomie will klagen

"Wir werden ob der 2G-Regel in der Nachtgastronomie und der 3G-Regel für Zeltfeste den Klagsweg beschreiten", kündigte indes Nachtgastronomiesprecher Stefan Ratzenberger gegenüber der APA an. Die Infektionsgefahr sei auf Zeltfesten sicher nicht geringer als in Diskotheken und Co. Auf welchen Wegen man vorgehen werde, prüfe man noch. Eine Option sei ein Individualantrag beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) gegen die Verordnung, in der man eine Wettbewerbsverzerrung sieht. Auch die schwammige Definition für die Nachtgastronomie könne angegriffen werden, diese sei unklar, kritisierte Ratzenberger einmal mehr. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (VP) verwies am Rande einer Pressekonferenz auf Nachfrage zur Klagsdrohung auf einen "ständigen Austausch" rund um Corona und eine Sitzung der Corona-Taskforce am Donnerstag.

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