Wirt zahlt bis zu 2.500 Euro, doch "keiner will den Job"

Helmut Hansmann, Chef des Berggasthof Magdalenenhof, findet seit Monaten kein Personal.
Helmut Hansmann, Chef des Berggasthof Magdalenenhof, findet seit Monaten kein Personal.privat
Helmut Hansmann ist auch von der Gastro-Krise betroffen. Seit einem halben Jahr sucht er einen Koch. Er zahlt gut, dennoch wird er nicht fündig.  

Die Pandemie hat vielen Branchen zugesetzt. Die Gastronomie scheint jedoch seit Monaten nicht zur Ruhe zu kommen. Das größte Problem ist der Personalmangel. Der schlägt auch Helmut Hansmann auf den Magen. "Ich suche seit März einen Koch und eine Küchenhilfe für mein Lokal". Seit neun Jahren betreibt er den Berggasthof Magdalenenhof am Bisamberg in Wien-Floridsdorf.

"Zuerst durften wir nicht arbeiten, jetzt können wir nicht", sagt der Wirt geknickt im "Heute"-Gespräch.

Die Probleme sind vielfältig, so der leidenschaftliche Lokalbetreiber. "Das AMS vermittelt uns Arbeitssuchende, aber nicht mal ein Zehntel von ihnen kommt tatsächlich zum Bewerbungsgespräch", schildert er die schwierige Situation. "Und die, die kommen, haben entweder kein Auto, obwohl es explizit in unserer Anzeige steht. Oder es sind Menschen, die keinerlei Koch-Ausbilung haben."

AMS-Umschulungen schuld an Gastro-Krise

Der Personalmangel kostet Hansmann nicht nur Nerven, sondern auch Geld. "Wir hatten etwa eine Anfrage für 40 Personen für kommendes Wochenende. Wir konnten das aber nicht zusagen, weil wir es personell nicht schaffen."

Die Ursache für die Gastro-Krise liegt für den Wirten auf der Hand: "Es war nicht richtig, dass das AMS während des Lockdowns alle in Umschulungen geschickt hat. Diese Menschen wollen jetzt nicht mehr zurück in die Gastro. Sie wollen lieber einen Job mit mehr Freizeit", bedauert der Lokalbetreiber. "Dabei zahle ich weit mehr als der Kollektivvetrag. Bei mir kann man statt etwa 1.600 Euro bis zu 2.500 Euro verdienen."

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