Am Freitag ist ein 24-jähriger Wirt in Salzburg wegen absichtlich schwerer Körperverletzung und falscher Beweisaussage zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt worden, weil er einem schlafenden Gast "aus Spaß" hochprozentigen Rum über den Kopf geschüttet und ihn angezündet hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Lokalpächter soll im Februar 2014 nach durchzechter Nacht einem schlafenden Gast (34) aus Spaß hochprozentigen Rum über den Kopf geschüttet und ihn angezündet haben. Am Tag der Tat schlief das Opfer trotz Tagesanbruch weiter an der Bar. Der stark alkoholisierte Angeklagte soll ein bis zwei Stamperl 80-prozentigen Rum über den Kopf seines Freundes geleert und ihn laut einer Zeugin mit den Worten "So, jetzt zünden wir ihn an" mit einem Feuerzeug angezündet haben.
Erst als die Flammen aufloderten, dürfte ihm klar geworden sein, was passiert ist. Er erstickte mithilfe von Gästen die Flammen und versorgte den 34-Jährigen mit feuchten Tüchern. Mit dem Taxi brachte er ihn dann ins Krankenhaus.
Der Angeklagte kann sich selbst nicht erklären, was an jenem Sonntagmorgen im Februar 2014 in seinem Lokal im Pongau passiert ist. "Ich habe hundert Mal darüber nachgedacht, aber ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe." Auch sein Anwalt behauptete: "Mein Mandant ist kein wahnsinniger Feuerteufel." Ein Motiv habe es nicht gegeben. Opfer und Täter waren befreundet.
Wirt wollte sich mit Falschaussagen schützen
Nach der Tat tischte der 24-Jährige Ärzten, der Polizei und seinem Freund ein Märchen auf. Der Gast sei mit glimmender Zigarette am Tresen eingeschlafen. "Ich wollte die Sache beschwichtigen und zuerst mit ihm ausreden", verteidigte der Angeklagte heute sein Vorgehen. Richter Peter Egger las ihm dazu den Inhalt zweier SMS vor.
An das Opfer schrieb er am Tag nach der Tat: "Bitte auf Facebook 'Danke für die Versorgung' schreiben, sonst stehen wir als schwarze Schafe da", forderte er den 34-Jährigen auf. Und einem Zeugen simste er: "Wenn wer nachfragt: Du hast nur gesehen, wie er über einer Tschick eingeschlafen ist und dann sein Schädel zu brennen begonnenen hat."
Er habe dabei nicht an die Polizei gedacht, sondern nur an sein Lokal, argumentierte der Angeklagte. "Die Vertuschung mag strafrechtlich relevant sein, aber sie ist menschlich verständlich", sagte sein Verteidiger. Der Richter sprach allerdings von einem lebensgefährlichen Streich. "Und Sie haben die Wehrlosigkeit des Opfers ausgenützt."
Opfer bekam 3.200 Euro
Das Opfer selbst kann sich an den Vorfall nicht mehr erinnern, nur dass es plötzlich heiß am Kopf geworden sei. Der 34-Jährige erlitt Verbrennungen, hat aber keine sichtbaren Verletzungen davongetragen und auch keine Schmerzen mehr. Er hat vom Angeklagten schon vor der Verhandlung 3.000 Euro Schmerzensgeld erhalten, weitere 200 Euro für Verdienstentgang wurden ihm am Freitag direkt im Gerichtssaal überreicht.
Der Angeklagte selbst hat nach dem Vorfall seinen Job und sein Lokal verloren. Auch mit dem guten Verhältnis zu seinem Freund ist es seit dem Vorfall vorbei.