Wirtshaus-Sterben: Enormer Rückgang in NÖ

Niki Scherak besuchte das Wirtshaus Walzer in Gneixendorf bei Krems.
Niki Scherak besuchte das Wirtshaus Walzer in Gneixendorf bei Krems.Bild: Neos

In Österreich verringerte sich die Anzahl an klassischen Gasthäusern seit 1978 um 44 Prozent. Allein in NÖ gab es seit 2010 einen Rückgang von 18 Prozent.

"Wenn wir nicht bald etwas tun, dann werden immer mehr Gasthäuser zusperren. Wenn das Gasthaus stirbt, stirbt aber auch bald das Dorf. Das dürfen wir nicht zulassen", schlägt Niki Scherak, nö. Spitzenkandidat der Neos für die Nationalratswahl, Alarm.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit den 80er-Jahren halten immer weniger Betriebe die Fahnen für die beliebte niederösterreichische Wirtshauskultur hoch. Allein seit 2010 gab es einen Rückgang von knapp 18 Prozent. "Die Rückgänge bei der Betriebsart Gasthaus sind ein langfristiger und kontinuierlich anhaltender Trend, der sich bereits seit den frühen achtziger Jahren abzeichnet", heißt es seitens der Wirtschaftskammer auf "Heute"-Anfrage.

WKNÖ: "Gastronomie ist vielfältiger geworden"

Laut Statistiken ist die Gesamtzahl an Betrieben in Österreich im Zeitraum von 1978 bis 2016 zwar von 36.951 auf 57.954 (plus 56 Prozent) gestiegen, die Zahl der klassischen Wirtshäuser aber um zirka 44 Prozent gesunken. "Dieser Langzeitvergleich zeigt aber auch, dass die Gastronomie breiter und vielfältiger geworden ist", so die WKNÖ.

Die stärksten Rückgange in den letzten sechs Jahren seien in der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien verzeichnet worden.

Interessantes Detail: Während es im Jahr 2007 in NÖ noch mehr Gastro-Neugründungen als Schließungen gab, kam ab 2009 der große Umschwung.

Scherak: "Keine Steine in den Weg legen"

Die Gründe sind laut Wirtschaftskammer mannigfaltig: Zum Einen setzte den Wirten die Herabsenkung der Promillegrenze im Jahr 1997 zu, aber auch Nichtraucherregelungen, Nachfolgeprobleme und das Aussterben dörflicher Strukturen – und damit der Verlust des Wirtshauses als "soziale Begegnungsstätte.

Neos-Kandidat Niki Scherak ist überzeugt, dass weniger Bürokratie und weniger Bevormundung helfen könnten, diesen Negativ-Trend zu stoppen. "Weiters brauchen wir mehr Lehrlinge, auch die Berufsschulen müssen mehr mit den Betrieben zusammenarbeiten und die Arbeitszeiten sollten flexibler gestaltet sein, anstatt alle Gastronomen mit der Einführung der Registrierkasse unter Generalverdacht zu stellen. Wir müssen Wirte entlasten und ihnen die Arbeit erleichtern", so Scherak.

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