Witwe fordert "uneingeschränkte" Beerdigung

Hunderte Male wurde der herzzerreißende Appell einer jungen Witwe aus Kärnten bereits auf Facebook geteilt. Sie fordert nach dem Auftritt von Kurz im Kleinwalsertal gemeinsam mit etlichen Besuchern ohne Maske eine Beerdigung für ihren Mann ohne Teilnehmer-Beschränkung.

Es sei ein offener Brief einer traurigen Witwe, schreibt Tina P. über sich selbst auf der Facebook-Trauerseite ihres verstorbenen Mannes. In dem Brief erzählt sie von ihrem Mann, der im frühen Alter von nur 37 Jahren sterben musste. 

Sie und ihre beiden Kinder verstehen die Welt ohnehin nicht mehr

"Mein Mann, der bis zum letzten Tag 'pumperlgsund' war, musste ganz ohne Corona oder Ähnliches von dieser Welt gehen. Er hatte einen so schweren Herzinfarkt, dass ihm keiner mehr helfen konnte", schreibt die Witwe. Die Rettungskette habe gut funktioniert, aber ihr Mann konnte nicht gerettet werden. Sie und ihre beiden kleinen Kinder Melissa (8 Jahre) und Felix (4 Jahre) "verstehen die Welt ohnehin nicht mehr".

Nun kommt aber vor allem bei mir und auch bei meiner großen Tochter ganz stark die Frage auf, warum dürfen Bauhäuser, Möbelhäuser, etc. aufsperren – und wir dürfen unseren geliebten Papa nicht, so wie es sich gehören würde, verabschieden?

"Covid-19 Maßnahmen" hindern uns an Verabschiedung

Sie konnten zwar eine Beerdigung im kleinen Rahmen feiern, doch ihr Mann war bei zwei großen Vereinen tätig. Diese beiden Vereine, Almrose Radenthein und die Trachtenkapelle Feld am See würden auch gerne eine Verabschiedung ausrichten.

"Er war ein Mensch, der sich Urlaub genommen hat, um einem anderen Menschen die letzte Ehre zu erweisen. All diese Maßnahmen hindern uns daran, meinen Mann und den Papa meiner Kinder so zu verabschieden, wie er es sich verdient hätte", bedauert die trauernde Frau. Seit den ersten Lockerungen vom 2. Mai kontrolliere sie täglich die Neuinfektionen. In Kärnten seien es an diesem Montag 8 Personen und bis heute 13 Personen im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. 

"Mit euren (mittlerweile sinnlosen) Maßnahmen macht ihr Familien noch mehr kaputt, die ohnehin schon am Boden liegen."

Kurz und das Kleinwalsertal: "Ihr macht mit euren Maßnahmen Familien kaputt"

"Da Herr Kurz ja auch im Kleinwalsertal mit den Bürgerinnen und Bürgern ohne Maske (und plötzlich wusste niemand mehr etwas von einem Sicherheitsabstand) gesprochen und gescherzt hat, bestehe ich jetzt auch auf die Freiheit, dass alle die jemanden verloren haben, diesen besonderen Menschen ganz individuell verabschieden können", so die Witwe in ihrem Posting. "Mit euren (mittlerweile sinnlosen) Maßnahmen macht ihr Familien noch mehr kaputt, die ohnehin schon am Boden liegen", ergänzt sie. In ihrem Appell fordert sie, dass die Beerdigungen wieder ohne Beschränkungen stattfinden dürfen.

Facebook-User teilen Leid und Wut der Witwe

"Ich lese nie so ewige Texte, aber diesen habe ich gelesen und es zerreißt mir das Herz und die Wut auf unsere Politiker wird immer größer", schreibt ein Facebook-User als Antwort auf das Posting. Das Posting wurde mehrere hundert Mal bereits geteilt. In den Kommentaren findet man hauptsächlich Anteilnahmen und Beileidswünsche. Bei Begräbnissen gilt derzeit eine maximale Teilnehmerzahl von 30 Personen.

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