Witzige Teenie-Helden im altbackenen Comedy-Plot

Warner Bros. und DC probieren's zur Abwechslung mit Humor. Die Rechnung geht nur zum Teil auf.

Marvel ist bunt und fröhlich, DC düster und erwachsen. Dieser oft bemühte Kontrast ist zwar mehr Mythos als Realität; was den Grundtenor der beiden Comic-Giganten betrifft, hat er aber schon seine Richtigkeit. Bemerkbar ist das auch in den Kinofilmen der beiden Verlage. Ein Schmäh führender Spider-Man ist nun mal nicht ganz so ernst wie ein brütender Batman.

Der lockere, leichte Zugang kommt – auch dank der Expertise von Disney, dem Mutterkonzern der Marvel Studios – hervorragend an. DC und sein Produktionspartner Warner Bros. kämpfen hingegen verbissen um kommerzielle Megaerfolge und positive Kritiken. Mit dem jüngsten Blockbuster "Shazam!" will man einen neuen, spaßigeren Ansatz testen.

Der Trailer von "Shazam!":

In der Not verzaubert der Teufel Fliegen

Der Zauberer Shazam (Djimon Hounsou) sucht nach einem würdigen Champion, der ihm dabei helfen soll, die sieben Todsünden im Zaum zu halten. Leider verführen die Monster, die zu Stein erstarrt in seinem Vorzimmer stehen, jeden Anwärter des Magiers. Shazam schickt jeden von ihnen wieder nachhause.

Thaddeus Sivana, einer der Zurückgewiesenen, verkraftet die Schmach besonders schlecht. Als erwachsener Mann (gespielt von Mark Strong) stöbert er den Unterschlupf des Zauberers auf, befreit die Todsünden und wird dadurch zum Superbösewicht. Nun hat der Zauberer keine andere Möglichkeit, als dem nächstbesten Kandidaten seine Kräfte zu übertragen.

Der vermeintlich Auserwählte ist der 14-jährige Waise Billy Batson (Asher Angel). Spricht er das Wort "Shazam", verwandelt er sich in einen muskelbepackten Hünen (Zachary Levi), der fliegen und Lichtblitze aus seinen Fingerkuppen schießen kann, über kugelsichere Haut und außergewöhnliche Stärke verfügt. Gemeinsam mit seinem Kumpel Freddy (Jack Dylan Grazer aus "It" rockt die Rolle) testet er seine Fähigkeiten, hat aber nicht das Schicksal der Welt, sondern Bier, schöne Frauen und schnelles Geld im Kopf. Bis Sivana auftaucht, um ihn zum Kampf herauszufordern...

Der ComicCon-Trailer von "Shazam!":

Das Potential nicht ausgeschöpft

Viele gute Ideen stecken in "Shazam!", manche witzig (Wie findet man einen Superhelden? Natürlich über seinen YouTube-Kanal.), andere durchaus ernst (Kann ein Mensch sich jemals würdig erweisen, übermenschliche Kräfte zu erhalten?).

Die Geschichte, in die diese Ideen eingebettet sind, erweist sich jedoch leider als altbacken und ausgelutscht. Wie Billy sich in seiner Pflegefamilie zurechtfindet, wie er langsam vom verantwortungslosen Scherzkeks zum Helden reift, wie der Böse seine Bösheit beweist – das alles gab's schon viel zu oft in viel zu ähnlicher Form zu sehen.

Fazit:

via GIPHY

"Shazam!" startet am 5. April 2019 in den österreichischen Kinos.

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