Wieder Hintern von Kletterin gefilmt – Verband reagiert

Johanna Färber belegte bei den Boulder-Staatsmeisterschaften im August den zweiten Platz.
Johanna Färber belegte bei den Boulder-Staatsmeisterschaften im August den zweiten Platz.Gepa
Österreichs Star-Boulderin Johanna Färber erhält eine Entschuldigung vom Kletterweltverband. Erneut wurde sie Opfer voyeuristischer TV-Bilder.

Die Kletter-Weltmeisterschaft lief für Österreichs Boulder-Asse nicht nach Wunsch: keine Finalteilnahme bei den Frauen und Männern. Staatsmeisterin Franziska Sterrer wurde im Halbfinale 20., ihre Vorgängerin Johanna Färber 19.

Färber nach dem Wettkampf: "Leider sollte es heute einfach nicht sein. Ich habe nicht gut in die Runde gefunden und bin irgendwie nicht richtig reingekommen, obwohl ich mich körperlich eigentlich gut gefühlt habe."

Die verpasste Final-Teilnahme war nicht das einzige Ärgernis für die 23-Jährige. In den sozialen Medien sorgten die ausgestrahlten Bilder des Wettkampfes für Aufregung. Färbers Hintern wurde in Zeitlupe und Großaufnahme gezeigt, auf die Magnesium-Handabdrücke gezoomt.

"Sorry" vom Weltverband

Jetzt entschuldigt sich der Weltverband der Sportkletterer bei der Grazerin: "Der IFSC möchte sich zutiefst bei Johanna Färber, dem österreichischen Kletterverband und der gesamten Sportklettergemeinschaft für die Bilder entschuldigen, die während des Boulder-Halbfinales ausgestrahlt wurden."

IFSC-Präsident Marco Scolaris geht mit dem eigenen Verband hart ins Gericht: "Wie oft muss man eigentlich etwas falsch machen, bevor wir lernen, wie man es richtig macht?" Es ist nicht das erste Mal, dass sexistische Darstellungen von Athletinnen für Unmut sorgen.

ORF-Eklat in Innsbruck

Färber hatte das im Vorfeld der WM bereits am eigenen Leib erfahren müssen. Im Frühsommer filmte der ORF beim Weltcup in Innsbruck ihr Gesäß, ebenfalls mehrere Sekunden lang in Großaufnahme. Nachdem sie sich selbst über die sexistischen Bilder auf Instagram beschwert hatte, folgte vom ORF eine Entschuldigung.

Johanna Färber beim Weltcup in Innsbruck.
Johanna Färber beim Weltcup in Innsbruck.picturedesk.com

Färbers Statement: "Ich wurde in sehr vielen Storys markiert und Leute schicken mir andauernd Nachrichten. Diesen Clip in Zeitlupe im Fernsehen und im YouTube-Livestream zu zeigen ist so respektlos und ärgerlich. Ich bin eine Athletin und will meine beste Leistung zeigen. Um ehrlich zu sein, ist es mir unangenehm, dass Tausende Menschen diese Szenen gesehen haben. Wir müssen aufhören Frauen im Sport zu sexualisieren und anfangen, ihre Leistungen zu schätzen."

Die Entschuldigung des ORF: "Wir geben zu, dass wir uns für einen kurzen Moment dazu entschlossen haben, den Klettersport in einer falschen Form zu zeigen." Der Kletterweltverband hatte dieses Schreiben noch auf Twitter veröffentlicht, beging nun den gleichen Fehler.

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