Fussball

WM-Heldin nimmt für das Halbfinale ihr Hörgerät raus

Showdown bei der Frauen-WM! So stehen die Chancen der Halbfinalistinnen, diese Stars stehen dabei im Fokus.
Sebastian Klein
15.08.2023, 07:51
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Die Frauen-WM geht in die entscheidende Phase. Spanien tritt im Halbfinale gegen Schweden an, England muss gegen Australien ran. Wer hat die besten Chancen auf den Titel? Und welche speziellen Geschichten schreiben die Länder?

Australien – Torhüterin mit Hörgerät

Mackenzie Arnold war eine der australischen Heldinnen im Viertelfinale gegen Frankreich. Im dramatischen Elfmeterschießen (7:6) verschoss die Torhüterin zwar ihren eigenen Elfmeter, hielt aber gleich drei – und wurde zur besten Spielerin der Partie ausgezeichnet. Gefeiert wurde die 29-Jährige aber schon zuvor. So machte Arnold im April auf Instagram öffentlich, dass sie schlecht hört und ab sofort Hörgeräte trägt. Ihr Post löste eine Welle der Begeisterung aus, Arnold wurde als "Vorbild" gefeiert.

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Dass sie schwerhörig ist, fiel ihr während der Corona-Zeit auf: "Als alle Masken getragen haben, habe ich gemerkt, wie oft ich Lippen lese." Untersuchungen ergaben in der Folge eine Hörfähigkeit von 70 Prozent und das Nichthören von hohen Tönen. Besonders: Während der Spiele trägt Mackenzie die Hörgeräte nicht. Sie befürchtet, dass ihr verbessertes Gehör sie ablenken könnte.

Australiens WM-Chancen:Australien surft auf einer Welle der Euphorie. Für die Matildas liegt mit dem australischen Publikum im Rücken alles drinnen.

England – teuerste Spielerin der Welt

Ein Aufschrei ging durch Englands Fussballwelt, als Keira Walsh im zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark (1:0) unter Tränen verletzt vom Feld getragen werden musste. Die Sorge um die Engländerin war groß: Kehrt sie im Turnier nochmals zurück? Die Antwort: Ja. Die Verletzung stellte sich als halb so schlimm heraus.

Walsh ist der Mittelfeldmotor im Team, sie zieht die Fäden, sie behält den Überblick bei den Europameisterinnen, wenn es hektisch wird. Gleichwertig zu ersetzen ist Walsh nicht. Nicht umsonst zahlte der FC Barcelona mehr als 400.000 Euro an Manchester City, mehr als jemals zuvor in eine Fußballerin investiert worden war.

Englands WM-Chancen:Die Europameisterinnen sind die Favoritinnen auf den Titel. Zwar überzeugten sie nicht immer, sie haben jedoch den besten Kader.

Spanien – die Ex-Leichtathletin

Salma Paralluelo war es, die im Viertelfinal gegen die Niederlande (2:1 n. V.) Spanien ins Halbfinale schoss. Ausgerechnet sie. Die 19-Jährige zählte nämlich bis vor einem Jahr zu den größten spanischen Leichtathletik-Talenten. Sie gewann über die 400 Meter zahlreiche Titel, Olympia wartete. Doch dann hörte sie im Sommer 2022 mit dem Rennen auf. Der Grund: ihre zweite Liebe, der Fußball.

Der FC Barcelona verpflichtete sie. Für Paralluelo ging ein Traum in Erfüllung. Als 14-Jährige verriet sie im TV: "Ich möchte bei den Profis eine Fußball-WM gewinnen und einen Vertrag bei Barcelona unterschreiben." Nun hat sie die Chance, auch den ersten Teil des Satzes wahr werden zu lassen. Paralluelo: "Ich bin total euphorisch."

Spaniens WM-Chancen:eine Wundertüte. Gegen Schweden ist Spanien Favorit, in einem Finale aber nicht mehr.

Schweden – Verteidigerin mit Chance auf die Torkrone

Die ausgeschiedene Japanerin Hinata Miyazawa schoss fünf Tore an der laufenden WM. Hinter ihr folgen mehrere Spielerinnen mit vier Toren – etwa die Schwedin Amanda Ilestedt. Das ist bemerkenswert, denn Ilestedt ist Verteidigerin. Die 30-Jährige sorgt nicht nur dafür, dass bei den Schwedinnen hinten nichts anbrennt, sondern schießt auch wichtige Treffer. Sie meint: "Es ist völlig verrückt."

Zwei Spiele hat die Verteidigerin noch Zeit, Miyazawa aufzuholen. Dafür und für den WM-Titel macht sie alles. Unterstützung ist ihr gewiss, Teamkollegin Magdalena Eriksson sagt: "Ich bin hier, damit Amanda Torschützenkönigin wird."

Schwedens WM-Chancen:Dank taktischen Meisterleistungen sind die Schwedinnen so weit gekommen, nun sind sie Außenseiterinnen.

Österreich konnte sich nicht für die WM qualifizieren. Diese ÖFB-Stars vertraten uns bei der letzten EURO: