Am Freitag präsentierte Boss Gianni Infantino beim FIFA-Kongress sein neues Elf-Punkte-Programm. Dieses hat es in sich und könnte für den Fußball grundlegende Änderungen zur Folge haben. Die beiden Punkte, die sofort ins Auge stachen: Kürzere WM-Intervalle und eine veränderte Abseitsregel.
Infantino will die Weltmeisterschaft alle zwei Jahre, nicht wie bisher alle vier Jahre, austragen. Davon verspricht sich der Präsident eine größere Werbewirkung für den Fußball, der seiner Ansicht nach globaler werden müsse.
Dieses Vorhaben wird wohl vor allem beim europäischen Verband UEFA auf nicht viel Gegenliebe stoßen. Schließlich trägt dieser ebenfalls im Vierjahres-Rhythmus die Europameisterschaft und seit einigen Jahren zusätzlich die Nations League aus. Auch die Andeutungen Infantinos, dass einige wenige ein zu großes Stück vom Kuchen einstreifen, dürfte sich wohl an die europäischen Top-Klubs und ihren Verband richten.
Außerdem wird in den USA und China eine Regeländerung in Sachen Abseits getestet.
Ein Angreifer steht bisher im Abseits, wenn er sich beim Abspiel des Balles in der gegnerischen Hälfte mit einem Körperteil, das ein Tor erzielen darf, vor dem vorletzten Gegner (zumeist der hinterste Feldspieler) befindet.
Künftig sollen die Angreifer mehr Freiheiten erhalten. Sie dürften demnach weiterspielen, wenn sich mindestens ein Körperteil, das ein Tor erzielen darf, noch hinter dem vorletzten Gegner befindet. Sprich: Der Stürmer könnte beispielsweise ein Tor erzielen, wenn er mit dem Kopf, Oberkörper und vorderen Bein wie bisher gehandhabt im Abseits steht, solange die Ferse des zweiten Beins hinter dem letzten Feldspieler ist.
Es wäre eine Neuerung, die wohl grundlegende Änderungen im Angriffs- und Abwehrverhalten der Teams zur Folge hätte. Sie würde die Offensivspieler bevorzugen, die Abseitsfalle erschweren und Verteidiger zwingen, Läufe von Stürmern besser zu antizipieren.