2012 werde die Schattenwirtschaft wegen der erwarteten positiven Wirtschaftsentwicklung sinken, und zwar auf geschätzt 19,61 Mrd. Euro (19,83 Mrd. Euro 2010). Das geht aus Berechnungen und Ergebnisse repräsentativer Befragungen des Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider hervor.
2012 werde die Schattenwirtschaft wegen der erwarteten positiven Wirtschaftsentwicklung sinken, und zwar auf geschätzt 19,61 Mrd. Euro (19,83 Mrd. Euro 2010). Das sind etwa 7,7 Prozent des offiziellen BIP. Das geht aus Berechnungen und Ergebnisse repräsentativer Befragungen des Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider hervor.
In den OECD-Ländern liegen somit nur die Schweiz (7,6 Prozent) und die USA (7,0 Prozent) unter Österreich. Der Durchschnitt aller 21 OECD-Länder beträgt 13,4 Prozent.
Wo am meisten gepfuscht wird
Am meisten gepfuscht wird in Wien mit 5,40 Mrd. Euro, gefolgt von Oberösterreich mit 3,26 und Niederösterreich mit 3,18 Mrd. Euro.
Bau und Handwerk Nr. 1
Über ein Drittel des Pfuschs (wertmäßig 38 Prozent) passiert im Baugewerbe und Handwerksbetrieb. Je 16 Prozent der Schattenwirtschaft entfällt auf andere Gewerbe- und Industriebetriebe (Kfz, Maschinen, etc.) und Dienstleistungsbetriebe (Hotels, Gaststätten, etc.). Zwölf Prozent entfallen auf die Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche und 17 Prozent auf "sonstige Gewerbebetriebe und haushaltsnahe Dienstleistungen" (Nachhilfe, Babysitten, Friseur, etc.).
Für Österreicher ok
49% der Österreicher halten Pfusch noch immer für Kavaliersdelikt. 59 Prozent glauben, dass "ohne Pfuscher man sich heute vieles nicht leisten kann". 52 Prozent der österreichischen Bevölkerung sagen "der Staat ist selber Schuld, dass es so viele Pfuscher gibt. Die Steuern sind einfach so hoch". Ein Drittel gibt zu, in den letzten zwei bis drei Jahren auf einen "Pfuscher" zurückgegriffen zu haben. 49 Prozent sagen "Dinge im Pfusch erledigen lassen" könne man als Kavaliersdelikt betrachten. 2010 lag dieser Wert allerdings noch drei Prozent höher.
Nur 4 Prozent für Anzeige
29 Prozent sagen, dass durch den Pfusch dem Staat "viele Milliarden an Steuereinnahmen entgehen". Im Vergleich zu 2010 ist dieser Wert um 11 Prozentpunkte gestiegen. Allerdings sagen nur vier Prozent, Pfuscher sollte man anzeigen.
Das Ausmaß der Schattenwirtschaft sei laut Schneider u. a. von der Wirtschaftskonjunktur abhängig. Gibt es genug legale Arbeit, werde diese von Arbeitnehmern dem Pfusch vorgezogen. Darüber hinaus liegen die Ursachen für Schattenwirtschaft in institutionellen Rahmenbedingungen, dem Beschäftigungssystem, der Struktur des Arbeitsmarktes und Werten und Einstellungen der Bevölkerung.