Wodka aus der Todeszone Tschernobyls zu kaufen

Die Nuklearkatastrophe ereignete sich am 26. April 1986 in Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat.
Die Nuklearkatastrophe ereignete sich am 26. April 1986 in Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat.Bild: Kein Anbieter/keine Quellenangabe
"Atomik" wurde aus Weizen und Wasser aus der Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk hergestellt. Laut US-Wissenschaftlern ist er "sicher".
Nicht nur Spirituosen-Kenner wissen: Wodka ist nicht gleich Wodka. Dennoch ist "Atomik" ein wenig anders als seine hochprozentige Konkurrenz.

Wissenschaftler der US-Universität in Portsmouth haben jetzt einen Wodka hergestellt, der aus Weizen und Wasser direkt aus der sogenannten "Todeszone", der Sperrzone rund um den havarierten Reaktor von Tschernobyl (Ukraine) hergestellt wird.

Fermentieren, destillieren, probieren



Wie CNN berichtet, ist die Aktion teil eines drei Jahre dauernden Forschungsprojekts, welches die Auswirkungen der Radioaktivität auf das Getreide in der Sperrzone untersucht.

CommentCreated with Sketch.2 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Projektleiter Jim Smith: "Auch 30 Jahre nach dem Reaktorunfall sind die Messwerte der Nahrungsmittel, die in der Sperrzone angebaut wurden, noch knapp über dem sehr strengen Richtwert für Lebensmittel. Theoretisch ist der Weizen also nicht für den Verzehr zu gebrauchen. Aber wir haben uns gedacht: Gut, wir haben das Korn, warum versuchen wir es nicht und machen Wodka daraus?"



Beim Fermentier- und Destilliervorgang würden viele Schadstoffe aus dem Weizen verschwinden, übrig bliebe "keine messbare Radioaktivität, nur natürliches Karbon 14, das auch in anderen hochprozentigen Getränken oder auch im Essen zu finden ist", zeigt sich Smith begeistert. Und weiter: "Das ist die wichtigste Flasche Hochprozentiges auf der Welt!"

"Atomik"-Einnahmen gehen an Tschernobyl-Opfer



"Atomik" soll noch bereits in diesem Jahr in kleiner Auflage auf den Markt kommen. 75 Prozent der Einnahmen sollen den Opfern des ersten Super-Gaus 1986 zugute kommen.

Nach der Explosion des Reaktors 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986, wurde in der Ukraine, in Weißrussland und Russland ein Gebiet mit einer Fläche von insgesamt 150.000 Quadratkilometern radioaktiv verseucht. 330.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Noch im gleichen Jahr richtete man um das Katastrophen-AKW eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern ein. Die Sperrzone beinhaltet auch die ehemalige 50.000 Einwohner-Stadt Pripyat (siehe auch die "Heute.at"-Reportage: "Ich war einen Tag in Tschernobyl"). (jd)

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