Woher kam das Objekt, das die Dinosaurier auslöschte?

Ein, aus der Oortschen Wolke stammender, Komet soll für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich sein.
Ein, aus der Oortschen Wolke stammender, Komet soll für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich sein.Thibault Camus / AP / picturedesk.com
Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Himmelskörper an der Westküste Mexikos auf. Nun haben Forscher eine Theorie entwickelt, woher er kam.

Er ist fast 150 Kilometer lang und nahezu 20 Kilometer tief: der Chicxulub-Krater an der Westküste Mexikos. Er entstand, als vor circa 66 Millionen Jahren ein Himmelskörper ungebremst auf die Erde zuraste, die Atmosphäre durchdrang und auf Grund prallte.

Forscher und Forscherinnen sind sich einig, dass dieser Aufprall dafür verantwortlich war, dass die Dinosaurier ausstarben. Unklar ist den Forschern allerdings, was für ein Objekt damals auf die Erde traf. War es ein Asteroid oder ein Komet? Eine lange Zeit populäre Theorie besagte, dass das Objekt, das die Erde traf und zum Aussterben der Dinos führte, aus einer Kollision zweier Asteroiden im Asteroidengürtel entstand.

Viele Fragezeichen

Diese Theorie wurde aber 2011 widerlegt: Das Timing stimmte nicht, wie das Wissenschafts-Magazin "Scinexx" berichtet. Dazu kam, dass die physikalische Zusammensetzung des Himmelskörper für einen Asteroiden so selten war, dass die statistische Wahrscheinlichkeit für einen solchen Einschlag verschwindend gering war. Ein Asteroid solcher Beschaffenheit und Grösse würde die Erde nur alle 3,5 Milliarden Jahre treffen. Unklar war aber bis heute, woher dieser Asteroid oder Komet kam.

Diese Lücke wollte ein Forschungsteam an der weltweit hoch angesehenen Harvard Universität schließen. In einer neuen Studie argumentieren die Astrophysiker damit, dass der Himmelskörper ein Komet war, der aus der Oortschen Wolke kam. Diese bezeichnet eine Randregion im äussersten Bereich des Sonnensystems, der als Ursprungsort der sogenannten langperiodischen Kometen angenommen wird. Das berichtet die "Harvard Gazette", die universitätseigene Zeitung in Harvard.

"Jupiter wirkte als Flipper"

Wie aber kam der Komet aus der Oortschen Wolke auf die Erde? Die Theorie der Harvard-Forscher sagt weiter: Auf seiner Umlaufbahn geriet der Komet in das Gravitationsfeld des Jupiters und wurde von diesem in Richtung Sonne abgelenkt.

"Jupiter wirkte wie eine Art Flipper", sagt Amir Siraj, einer von drei an der Studie Beteiligten. "Jupiter kickt diese ankommenden langperiodischen Kometen in Bahnen, die sie sehr nahe an die Sonne bringen." Durch die Gezeiten-Kräfte der Sonne wurde der ursprüngliche Komet dann in viele kleinere Kometen aufgebrochen, erklärt Siraj: "So entsteht eine gewisse statistische Wahrscheinlichkeit, dass diese kleineren Kometen auf dem Weg weg von der Sonne Kurs in Richtung Erde nehmen." Den Wahrscheinlichkeits-Bereich eines solchen Aufpralls veranschlagen die Forscher zwischen 250 und 730 Millionen Jahren.

Forscher rätseln seit langem darüber, ob der Himmelskörper, der vor 66 Millionen Jahren die Erde traf, ein Asteroid oder ein Komet war. Doch worin besteht überhaupt der Unterschied? Wir erklären es dir:

Ein Asteroid ist ein Objekt aus Stein, das die Sonne umkreist. Asteroiden sind per Definition deutlich kleiner als Planeten, aber deutlich grösser als die nur kiesel- bis pflastersteingrossen Objekte, die manchmal die Erde treffen. Diese werden Meteoriden genannt.

Ein Komet umkreist ebenfalls die Sonne, ist im Gegensatz zu einem Asteroiden aber aus Eis und Staub gefertigt und nicht aus Stein. Je näher ein Komet der Sonne kommt, desto eher beginnt das Eis und Staub zu vaporisieren. Das ist das, was als Kometenschweif erkennbar wird.

Die Harvard-Studie legt nun nahe, dass sich die von den Forschern berechnete Einschlagsrate mit dem Alter des sogenannten Chicxulub-Kometen deckt. Oder anders ausgedrückt: "Unsere Studie sagt, dass ein Objekt, das der Sonne nahekommt und in der Folge zerbricht, einen Aufprall hervorrufen könnte, wie es bei diesem der Fall war, der die Dinosaurier tötete", heißt es in der Studie. Diese stützte sich auf statistische Analysen und Gravitations-Simulationen. Die ganze Studie kann im Fachmagazin "Nature" nachgelesen werden.

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