Szene

Woki mit deim Popo gilt in Baku als sexistisch

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:34

Woki mit deim Popo mit heißer Striptease-Stangen-Show von Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner alias Trackshittaz - dieser Song ist für den britischen Buchmacher von William Hill ohne Aussicht auf Erfolg.

von Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner alias Trackshittaz  - dieser Song gilt im islamischen Aserbaidschan als sexistischer Beitrag.

Ob die Pop-Proleten aus Österreich beim Songcontest einen Erfolg nach Hause tragen werden, gilt als fraglich. Den Erotik-Aufreger des Song Contests dürften die Pop-Proleten aus der Provinz auf jeden Fall gelandet haben: Bereits nach der ersten Probe wurden im erzkonservativen, islamischen Aserbaidschan Sexismus-Vorwürfe laut.

Aserbaidschan ist ein Land mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit. Etwa 10 Prozent gelten als regelmäßig praktizierende Muslime. Die meisten Aserbaidschaner praktizieren den Islam nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan. Die Organisation Reporter ohne Grenzen führt Aserbaidschan auf ihrer Rangliste der Pressefreiheit 2011 auf Platz 152 (noch hinter Afghanistan). Die meisten Medien des Landes gelten als regierungskonform.

Für das erste Semifinale des Eurovisions Song Contests am Dienstag in Baku liegen die Pop(o)-Helden aus dem oberösterreichischen Freistadt von 18 Teilnehmern nur auf Platz 16 (Quote: 4.00) und verpassen damit die Qualifikation für das Finale am Samstag ganz klar – im negativen Sinn lediglich noch von Montenegro (10.00) und San Marino (11.00) getoppt.

 

Top-Favoriten bei William Hill auf den Final-Einzug sind Rumänien (1.03), ex aequo Dänemark und Island (1.05) und Russland (1.07), das sechs Trachten-Omis in udmurtischer Tracht ins Rennen schickt.

Freak-Show und Skurillo-Contest?

Generell mutiert das europäische Wettsingen immer mehr zur Freak-Show, was viele Medien-Vertreter bereits vom „irrsten Song Contest aller Zeiten” bzw. vom „Skurillo-Contest” sprechen lässt. So setzt England etwa auf Schnulzenkönig Engelbert Humperdinck (76),  Finnland auf die schrillen Pop-Zwillinge Jedward und Holland auf die Indianerbraut(!) Joan Franka.

Stermann und Grissemann kommentieren

Da könnte es gut sein, dass die legendäre Song Contest-Conference des Kult-Komiker-Duos Stermann und Grissemann, die bis 2002 auf FM4 lief und heuer erstmals im TV zu sehen sein wird, noch das unterhaltsamste Element am unfreiwillig komischen Bewerb ist. Dirk Stermann räumt dem Duo auch nicht gerade besten Chancen ein: In einem Interview sagte der Comedian, auf die Frage nach den Chancen von Trackshitaz: "Sie liegen bei den Buchmachern ja weit vorne, was das Ausscheiden betrifft.Österreich, das sich dem europäischen Liederwettbewerb bisher 44-mal stellte, hat sich in der Geschichte des Song Contest bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Einem einzigen Sieg aus der Zeit, als der Bewerb noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson” hieß (1966, Udo Jürgens, „Merci Cherie”) stehen auch vier letzte Plätze gegenüber. Zum Karriere-Killer wurde der Song Contest unter anderen für Marty Brem (1981, „Wenn du da bist”), Anita (1984, „Einfach weg”), Wilfried (1988, „Lisa, Mona Lisa”) und Thomas Forstner (1991, „Venedig im Regen”).

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