Dramatische Szenen in der deutschen Hansestadt: Ein Wolf hat am Montagabend vor einer IKEA-Filiale im Hamburger Bezirk Altona eine 65-jährige Frau angegriffen und ihr ins Gesicht gebissen. Die Verletzung musste im Krankenhaus genäht werden.
Stunden nach dem Vorfall konnten Polizeibeamte das geschwächte Tier am Anleger der Binnenalster stellen. Sie zogen den Wolf mit einer Schlinge aus dem Wasser und transportierten ihn ab. Für die weiteren Schritte ist nun die Umweltbehörde zuständig.
Laut dpa ist noch nicht gesichert, ob es sich bei dem eingefangenen Wolf um jenes Tier handelt, das am Wochenende unter anderem im noblen Stadtteil Blankenese gesichtet wurde. Die Polizei halte dies aber für wahrscheinlich, da man nicht von mehreren Wölfen im Stadtgebiet ausgehe.
Bereits am Wochenende hatten sich mehrere Hamburger an die Behörden gewandt, weil sie einen Wolf gesehen hatten. Das Tier wurde zunächst in Parks entlang des Falkensteiner Ufers beobachtet, später auch weiter östlich. Wolfsexperte Norman Stier von der TU Dresden bestätigte anhand von Aufnahmen aus der Bevölkerung, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handle.
Bei den früheren Sichtungen soll sich das Tier noch scheu gezeigt haben. Das entspricht auch dem normalen Wolfsverhalten: Die Tiere gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Experten raten bei einer Begegnung, ruhig zu bleiben, Hunde anzuleinen und nicht wegzulaufen.
Wölfe wurden in Hamburg erstmals 2013 gesichtet und tauchen seitdem immer wieder auf. Die Zahl der bestätigten Sichtungen häufte sich zuletzt. Bereits Ende Jänner war ein Wolf im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook gesehen worden. Mitte März wurde ein Wolf auf der Autobahn 25 von einem Fahrzeug überfahren.