Immer öfter werden zuletzt Wölfe nahe Siedlungsgebieten gesichtet. Zwar meiden die Wildtiere die Städte, doch selbst knapp vor den Toren Wiens gibt es schon Opfer.
Die Rückkehr der Wölfe hinterlässt in Niederösterreich blutige Spuren: Erst vor wenigen Tagen soll ein Wolf fünf Lämmer und zwei Mutterschafe in einem umzäunten Gehege in der Gemeinde Kritzendorf (Klosterneuburg) im Bezirk Tulln gerissen haben – "heute.at" berichtete.
Klosterneuburg liegt nur knapp außerhalb der Wiener Stadtgrenze. Das Auftauchen der Raubtiere im Wienerwald sorgt nicht nur bei Landwirten für Unruhe – auch Wanderer, Familien und andere Schwammerlsucher, die das Naherholungsgebiet frequentieren, werden unruhig.
Der Wiener Forstamtsdirektor (MA 49) Andreas Januskovecz versucht zu beruhigen: "Sie brauchen keine Angst vor Wölfen haben. Der Wolf ist ein sehr, sehr scheues Tier", erklärt er im Gespräch mit dem "ORF": "Ich gehe nicht davon aus, dass ein Wolf ins Stadtgebiet hereinkommt."
Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, Stefan Schmuckenschlager in Klosterneuburg und Maximilian Titz in St. Andrä-Wördern (beide ÖVP) sehen das im Licht der jüngsten Vorfälle naturgemäß anders: "Dass sich Wölfe ins Siedlungsgebiet wagen, ist bedrohlich. Es muss jetzt dringend etwas unternommen werden", werden sie in der "Krone" zitiert. "Die Bevölkerung ist verunsichert", so Titz gegenüber dem "ORF".
Erst Ende Juni hatte ein Wolf im Südosten Polens nahe der Gemeinde Wetlin eine Touristen und Tage später zwei Kinder attackiert und verletzt – "heute.at" berichtete. Das aggressive Tier wurde zum Abschuss freigegeben und wenig später von eine Jäger erlegt. Für Wölfe ist so ein Verhalten eigentlich äußerst selten, doch dieses Exemplar hatte offenbar seine Scheu vor Menschen verloren. (red)