Wolff-Ärger nach Crash: "Da wurde Grenze überschritten"

Toto Wolff
Toto WolffImago Images
Nach dem spektakulären Crash zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen schlug Mercedes-Teamchef Toto Wolff nun zurück. 

Beim Grand Prix von Großbritannien hatten sich die beiden WM-Rivalen in der ersten Runde ein Rad-an-Rad-Duell geliefert. Seite an Seite fuhren die beiden durch Copse - die schnellste Kurve des Kurses. Hamilton touchierte das Hinterrad des Niederländers. Verstappens Red-Bull-Bolide flog bei 270 km/h ab, krachte mit 51 G in die Streckenbegrenzung. Der Niederländer blieb unverletzt. 

Wolff ärgert sich

Im Fahrerlager wird seit dem Unfall heftig diskutiert. Auch weil die Stewards Hamilton zwar mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegten, der Mercedes-Pilot trotzdem das Rennen gewinnen konnte. Vor allem, dass der Serien-Weltmeister von Red-Bull-Seite persönlich attackiert wird, geht Teamchef Toto Wolff gegen den Strich. 

"Man kann verstehen, dass die Situation aus Sicht der Konkurrenten ärgerlich war", leitete der Mercedes-Boss bei "Motorsport-Total.com" ein, "die Sprache, die verwendet wurde, und es so persönlich zu nehmen, war ein Niveau, das wir in diesem Sport noch nicht gesehen haben", ärgerte sich Wolff. 

So hatte etwa Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko das harte Hamilton-Überholmanöver als "Stil des Hauses" bezeichnet oder Verstappen-Vater Jos dem Mercedes-Teamchef ausrichten lassen, er brauche ihn nicht mehr anrufen. 

"Ich verstehe die Emotionen eines Vaters, würde wahrscheinlich genauso reagieren, aber eine andere Sprache wählen", schlug der Österreicher in Richtung Red Bull zurück. 

Die Bullen-Verantwortlichen hatten sich auch darüber empört, dass sich kein "Silberpfeil"-Vertreter beim Team über Verstappens Gesundheitszustand erkundigte. "Wenn die Emotionen abgekühlt sind, werden wir versuchen, unser professionelles Verhältnis für die Formel 1 wieder herzustellen", meinte Wolff. 

"Grenze überschritten"

Der Unfall hatte auch zu heftigen Diskussionen in sozialen Netzwerken geführt. Hamilton wurde da teils rassistisch angefeindet. "Wo es um persönliche Animositäten geht, da wird eine Grenze überschritten", ärgerte sich der "Silberpfeil"-Teamchef. 

Red Bull hatte zuletzt auch öffentlich überlegt, das Ergebnis zu beeinspruchen. Dafür müsste der Rennstall allerdings neue Beweise vorlegen. "Nichts davon macht mir Angst", zeigte sich Wolff unbeeindruckt. Schließlich ist nach dem Verstappen-Ausfall die WM wieder offen, liegt Hamilton nur noch acht Punkte hinter dem Niederländer. 

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