Wolff legt nach: Größte Ungerechtigkeit im Sport

Mercedes-Boss Toto Wolff ist nach der Formel-1-Entscheidung weiterhin frustriert.
Mercedes-Boss Toto Wolff ist nach der Formel-1-Entscheidung weiterhin frustriert.Imago Images
Auch fünf Tage nach dem dramatischen Formel-1-Finalehadert Mercedes-Teamchef Toto Wolff noch mit der denkwürdigen Titel-Entscheidung. 

Nach einem Unfall von Nicholas Latifi und einer Safety-Car-Phase wurde der Große Preis von Abu Dhabi erst in der letzten Runde wieder frei gegeben. Mit frischeren Reifen zog Max Verstappen noch an Leader Lewis Hamilton vorbei, krönte sich erstmals zum Weltmeister. Mercedes prangerte danach Regel-Verstöße beim Re-Start an, blitzte zunächst mit zwei Protesten ab, verzichtete danach allerdings auf eine Berufung. 

Mercedes sah einen klaren Regelverstoß. Zunächst war von Rennleiter Michael Masi angekündigt worden, dass sich vor dem Ende der Safety-Car-Phase kein Auto zurückrunden darf, nach Protesten der Teams am Funk wurde das Zurückrunden nur für die Boliden, die zwischen Hamilton und Verstappen lagen, zugelassen. Die "Silberpfeile" sahen hier einen klaren Regelverstoß. 

"Auf einer Stufe mit Wembley-Tor"

Deshalb ärgerte sich Teamchef Wolff auch fünf Tage nach dem Finale der Formel-1-Saison über das Herzschlag-Finale, sprach gegenüber der "Bild" von einer der größten Ungerechtigkeiten im Sport. "Sie steht auf jeden Fall auf einer Stufe mit der Hand Gottes oder dem Wembley-Tor von 1966", meinte der gebürtige Wiener. 

Trotzdem wollte Wolff nicht von Betrug sprechen. "Eine inkonsistente Entscheidung des Renndirektors hat Lewis den Titel genommen", führte der 49-Jährige aus. 

"Wollten Titel nicht am grünen Tisch"

Auf die Berufung zu verzichten, sei nun ein gemeinsamer Schritt des Teams gewesen, auch mit Hamilton abgesprochen. "Wir haben gemeinsam entschieden, zu protestieren und wollten eine mögliche Berufung gründlich überlegen. Wir haben gemeinsam beschlossen, dies nicht zu tun", erklärte Wolff. Führte aber an: "Auch wenn wir vor jedem normalen Gericht gesiegt hätten, wollten wir den Titel nicht am grünen Tisch gewinnen." 

Das Problem sei vielmehr gewesen, dass die FIA in dem Berufungsverfahren Beklagter, aber auch Richter sei. "Das setzt ein Gefühl der Machtlosigkeit frei. Mein Herz und meine Seele weinen noch mit jeder Pore. Wenn die Prinzipien des Sports außer Acht gelassen werden und die Stoppuhr nichts mehr wert ist, beginnt man zu hinterfragen, ob all die Arbeit, das Blut, der Schweiß und die Tränen es wert sind", so der Mercedes-Boss weiter. 

"An Gespräch mit Masi nicht interessiert"

Für Wolff ist jedenfalls klar, dass Rennleiter Masi keine Zukunft mehr in der Motorsport-"Königsklasse" hat. "Ich möchte das nicht auf eine Person übertragen, aber an einem Gespräch mit ihm bin ich aktuell nicht interessiert", so der 49-Jährige eiskalt. 

Mittlerweile haben sich die Emotionen zwischen den Teams abgekühlt. Wolff gratulierte Verstappen, auch zu Red-Bull-Teamchef Christian Horner gab es bereits Kontakt. Der Wiener möchte nun den Frust in Energie umwandeln. 2022 folgt der Generalangriff. "Wir haben alle Stellhebel darauf gestellt, wollen beide Weltmeisterschaften gewinnen", schloss der Mercedes-Boss. 

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