Wolfgang Kulterer gestand Fehler ein

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Am Donnerstag, am letzten Tag vor der Sommerpause, wurde im Hypo-Untersuchungsausschuss der ehemalige Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer befragt. Er gestand Fehler ein, merkte aber auch an für einige den "Kopf hinzuhalten".

Am Donnerstag, am letzten Tag vor der Sommerpause, wurde im der ehemalige Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer befragt. Er gestand Fehler ein, merkte aber auch an für einige den "Kopf hinzuhalten".

Kulterer gestand persönliche Fehler ein, wobei er betonte, dass er der Bank niemals habe schaden wollen und niemals kriminell gehandelt habe. Er müsse "für vieles den Kopf hinhalten, auch für Haider", sei "Sündenbock", so der verurteilte Ex-Banker, der derzeit eine Haftstrafe verbüßt. Es sei ihm aber "egal", da ihm "nur das nackte Leben geblieben" sei. Das war nicht immer so: 2007 war er mit Ex-SP-Kanzler Gusenbauer zum Abendessen – "das teuerste, das die Hypo je bezahlt hat."
Striedinger und Kulterer verbüßen derzeit mehrjährige Haftstrafen aufgrund von Hypo-Strafverfahren. Kulterer und sein Anwalt kamen bereits gegen 8.00 Uhr ins Hohe Haus und zogen sich ohne Statement in einen Warteraum zurück.

"Gewollter Hypo-Skandal"

Kulterer gab insgesamt Fehler zu und sprach von einem gewollten Hypo-Skandal. Er habe der Hypo nie bewusst Schaden zu gefügt, sagte Kulterer weiters. Die Hypo sei "bestmöglich" verkauft worden, das Gesamtkreditvolumen der Bank habe "in etwa gepasst" - im Vergleich zu anderen Banken.

Dass sein Ausscheiden aus dem Vorstand neun Jahre zurückliegt, werde vergessen, sagte Kulterer. Und auch, dass er ein Jahr später den Aufsichtsrat verlassen habe. "Die Kritik an mangelnden Kontroll- und Steuerungssystem sei teilweise berechtigt", so der Ex-Hypo-Boss weiter. Die Staatsanwaltschaft gehe heute aber davon aus, dass er jeden einzelnen Kreditfall kennen müsse. Das sei absurd.

Landeshaftungen

Kulterer erklärt, er habe Landeshaftungen für die Bank für nötig erachtet, das Haftungsvolumen sei aber zu groß gewesen. Er sei allerdings sehr erstaunt gewesen, dass auch der internationale Teil der Hypo die Haftungen bekommen habe. Jedoch habe damals über Finanzkrise oder Haftungen "kein Mensch nachgedacht".

 

Kulterer Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtete, ist für Kulterer, Hypo-Vorstandsvorsitzender von 1999 bis 2006, die "Verstaatlichung ohne Not der echte Hypo-Skandal. Ab der Verstaatlichung wurde bewusst oder unbewusst Schadensmaximierung betrieben. Da verweise ich auf den Griss-Bericht, den ich vollinhaltlich, inklusive der Kritik an meiner Vorstandszeit, voll unterschreibe."

"profil" führte mit Kulterer, der derzeit in der Haftanstalt Hirtenberg eine mehrjährige Haftstrafe absitzt, über zwei Monate Briefverkehr. Darin schildert er seinen Gefängnisalltag, erläutert seine finanzielle Situation und seine persönliche Sicht der Milliardenpleite. Kulterer: "Die Swap-Verluste im November 2004 sind die Ursache für den Niedergang der Hypo. Diese Verluste damals geheim zu halten, das hätte ich nie tun dürfen. Alles was danach kam, war die Folge dieses Fehlers." Kulterer, der kommende Woche im parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen wird, betont überdies, dass ihn die Hypo-Abbaubank HETA nur sehr eingeschränkt von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden habe: "Bei einer ernst gemeinten, transparenten Aufklärung kann es wohl nicht sein, dass man mich mit Vorwürfen zuschüttet, mir gleichzeitig aber jede Rechtfertigung untersagt."

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