Ein bulgarischer Vater hat Anfang des Jahres offenbar seine drei Kinder in Wien ausgesetzt, weil sie nicht mehr betteln wollten. Er ließ sie einfach mit ihren Geburtsurkunden und dem handschriftlichen Hinweis "Zur Adoption freigegeben" zurück.
Ein bulgarischer Vater hat Anfang des Jahres offenbar seine drei Kinder in Wien ausgesetzt, weil sie nicht mehr betteln wollten. Er ließ sie einfach mit ihren Geburtsurkunden und dem handschriftlichen Hinweis "Zur Adoption freigegeben" zurück. Die Behörden bestätigten am Mittwoch einen dementsprechenden Bericht der "Kronen-Zeitung".
Die beiden neun Jahre alten Zwillinge und ihr 13-jähriger Bruder bettelten am 2. Jänner in einem Wiener Pensionistenheim um Essen. Daraufhin wurden sie in die Obhut des Jugendamts genommen.
Vater hinterließ Notiz: "Zur Adoption freigeben"
Als sie gefunden wurden, trugen sie ihre Geburtsurkunden bei sich. Auf der Rückseite stand in bulgarischer Sprache "Zur Adoption freigegeben". Die Buben erklärten, der Papa sei weg und sie befänden sich allein in Wien. Der Vater hatte sie offenbar zurückgelassen, weil sie nicht mehr länger zum Betteln missbraucht werden wollten.
Die Zwillinge und ihr Bruder wurden zunächst in der "Drehscheibe" untergebracht, eine Einrichtung, die sich um unbegleitete Kinder kümmert. Deren Leiter Norbert Ceipek nahm Kontakt zu den bulgarischen Behörden auf und begleitete die Buben am 14. Jänner zurück nach Sofia begleitet, wo sie in einem Krisenzentrum untergebracht wurden. "Sie waren lieb, ein bisschen verschreckt und hungrig, aber sehr dankbar, dass sie nicht mehr betteln müssen", berichtet Ceipek.
Aufenthaltsort der Eltern unbekannt
Die Kinder machen eine schwierige Kindheit durch. "Der Vater wird von den bulgarischen Behörden gesucht", sagte Jugendamtssprecherin Herta Staffa. Wie lang die Kinder in Wien waren, konnte die Sprecherin nicht sagen. Offenbar seien sie früher in Griechenland gewesen, die Mutter halte sich möglicherweise nach wie vor dort auf.