WTV-Präsidentin Petrovic fordert Rücktritt von Sima

WTV-Präsidentin fordert Simas Rücktritt.
WTV-Präsidentin fordert Simas Rücktritt.Bild: picturedesk.com

Nachdem Ulli Sima (SP) ihre Absicht erklärte, "Listenhunde" langfristig aus Wien zu verbannen, schaltet sich nun die WTV-Präsidentin in die erhitzte Debatte ein: Und erklärt die Stadträtin für Rücktrittsreif.

Eine Aussage von Wiens Tierschutz- und Umweltstadträtin Ulli Sima sorgt aktuell für Wirbel unter den Hundebesitzern. In einem Wien Heute-Interview räumte Sima auf Nachfrage ein, Listenhunde künftig aus Wien gänzlich verbannen zu wollen.

Geht es nach dem Wiener Tierschutzverein würde Sima "bewusst Öl in die ohnehin schon emotional geführte Diskussion gießen wollen". Tatsächlich war die Folge davon eine Schimpftiraden-Explosion erhitzter Gemütszustände, die manche Verfasser von Kommentaren schnell vergessen ließ, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Philippa Strache hatte nach einem bissigen Posting zu Simas Listenhund-Politik Mühe und Not die tollwütig gewordenen Hundeliebhaber auf ihrer Facebook-Seite im Zaum zu halten. Kommentare mussten gelöscht werden.

"Halt! Stop!"

"Es reicht", sagte Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV) und forderte die Devise „Halt-Stop-Retour" in der aufgeheizten Debatte: "Klar ist, dass jede auch nur angedeutete Drohung mit Gewalt ein absolutes No Go ist. Die hitzigste Kontroverse darf nie dazu führen, jemandem Gewalt anzudrohen", so Petrovic, die in ihrer Karriere als Politikerin selbst eine Briefbombe und unzählige Drohbriefe erhalten hat.

"Husch-Pfusch-Gesetz"

Gleichzeitig erinnerte Petrovic die Stadträtin an ihre Verantwortung, nicht aufgrund "persönlicher Ressentiments und Vorurteile gesetzestreue Tierhalter vor den Kopf zu stoßen". "Wenn, so wie mit diesem Husch-Pfusch-Gesetz, gerade jenen Menschen, die sich in Sachen Tierhaltung immer an die Gesetze gehalten haben, immer neue Schikanen auferlegt werden und dann die zuständige Stadträtin noch ganz offen zugibt, sie wolle die Listenhunde überhaupt aus der Stadt vertreiben, dann kann diese undemokratische Überheblichkeit politisch nur auf das Schärfste kritisiert werden", so die WTV-Präsidentin.

"Sima soll gehen

Das "politische Versagen", wie es in der WTV-Aussendung heißt, habe tiefere Wurzeln: Denn die mangelnde Bereitschaft, mit Tierschutzorganisationen zu reden, führe letztlich zu den Friktionen, die der ganzen Stadt schaden würden. Die Verweigerung, einen sinnvollen Diskurs mit Tierschützern zu führen, hätte sich jedoch in ihrer gesamten Tierschutzkarriere durchgezogen, meint Petrovic und legt einen Rücktritt nahe: "Wenn Frau Sima nichts mit Tieren und Tierschützer zu tun haben möchte, dann soll sie sich von der Funktion als Tierschutzstadträtin verabschieden." (bai)

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