Bittere Schlager-Bilanz

Würge-Attacke, vier Rote – Stars im Cup-Fight gesperrt

Der rassige Titel-Fight zwischen Sturm und Salzburg endete mit einer regelrechten Gewalt-Orgie. Vor allem für die Grazer mit bitteren Folgen.
Sport Heute
31.03.2024, 20:28
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90 Minuten schenkten sich Sturm und Salzburg im ersten von zwei Meisterrunden-Kracher um den Titel nichts. Dann kochten die Emotionen über, brannten bei mindestens vier Spielern und einem Funktionär die Sicherungen durch.

Salzburg gewann den Schlager der 24. Runde in Graz durch ein Tor von Mads Bidstrup mit 1:0. Die "Bullen" vergrößerten ihren Vorsprung an der Bundesliga-Spitze auf fünf Punkte. Sturm bleiben in der Meisterrunde noch acht Spiele, inklusive eines direkten Duells, um den elften Salzburger Titel in Folge zu verhindern.

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Die bittere Bilanz: Rote Karten gegen die beiden Sturm-Profis Jon Gorenc Stankovic und Dimitri Lavalee, Salzburg-Star Lucas Gourna-Douath und Sturms Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker.

Was ist passiert? Tief in der Nachspielzeit kam es zur Rudelbildung, ausgelöst von Gourna-Douath. Gorenc Stankovic riss den Franzosen zu Boden. Lavalee griff seinem Gegenspieler an die Gurgel. Folglich flogen alle drei wegen Tätlichkeiten.

Schicker stürmte auf das Feld, brüllte Schiedsrichter Stefan Ebner an, der daraufhin zum vierten Mal den Roten Karton zückte.

Was bedeutet das für die Akteure? Alle Glattroten Karten für Spieler bedeuten im Normalfall eine automatische Sperre für das kommende Pflichtspiel in Österreich. Heißt: Das Trio wird ausgerechnet das Cup-Halbfinale und nächste direkte Duell der Rivalen am kommenden Donnerstag verpassen.

Solet würgt Gorenc Stankovic (Bildmitte).
Sky Sport Austria

Warum es dabei nicht bleiben könnte? Das Schiedsrichterteam und VAR-Team hat ein entscheidendes Detail der Rudelbildung übersehen. Salzburgs Oumar Solet riss Gorenc Stankovic im Würgegriff nach hinten, hätte folglich ebenfalls mit Glattrot bestraft werden müssen. Der Senat 1 wird über das Strafmaß des bereits ausgeschlossenen Trios beraten, über die Konsequenzen Schicker-Ausrasters, vermutlich auch über eine nachträgliche Sperre für Solet.

Dabei muss es nicht bei "nur" einem Spiel Sperre für die Spieler bleiben. Gut möglich, dass einer oder mehrere der vier absoluten Leistungsträger ihrer Teams darüber hinaus auch im Meisterschaftsbetrieb zusehen müssen.

Was sagen die Entscheidungsträger der Teams?

Sturm-Geschäftsführer Andreas Schicker reagierte rund eine Stunde nach dem Abpfiff bei "Sky": "Mittlerweile schon wieder ruhiger. Das war natürlich ein Ende, das sehr schlecht für uns war. Wir haben zwei Spieler verloren. Ich finde, dass Schiedsrichter Ebner sehr hart spielen hat lassen, dadurch am Ende die Kontrolle verloren hat, überhaupt keine Übersicht mehr hatte. Die Roten Karten waren zu hart."

"Ich finde es sehr hart. Ich glaube, das kann man anders lösen. Da war ein kurzer Griff in den Halsbereich, kein langes Würgen. Wenn man genau nochmal hinschaut, ist eine klare Rote Karte von Solet nicht geahndet worden, der mit Abstand am längsten gewürgt hat."

"Ein Sinnbild für die Qualität der österreichischen Schiedsrichter. Zwei Spieler heute zu verlieren tut unglaublich weh. Ich hoffe, dass da morgen der Senat noch einmal drüberschaut und auch Solet nachträglich gesperrt wird."

Salzburg-Trainer Gerhard Struber, direkt nach Spielende: "Dass die Emotionen hoch sind, ist klar. Im Endeffekt haben wir unsere Emotionen aber gut im Griff gehabt."

"Diese drei Punkte gegen einen unmittelbaren Gegner tun uns gut, haben eine Wirkung. Aber wir haben jetzt ein wichtiges Cupspiel vor der Brust und dann geht es gegen Rapid. Es kann innerhalb ganz kurzer Zeit viel passieren."

Graz-Trainer Christian Ilzer nach dem Abpfiff: "Die Roten sind der extremen Brisanz geschuldet. Die Rote von Jon können wir noch vertreten – das war ein Ringkampf. Die von Dimitri war zu hart. Es waren nicht beide Hände auf seinem Hals, es war eine auf seiner Schulter. Würgen ist da eine sehr harte Beurteilung. Das bittere ist, dass wir in einer Rudelbildung, die von einem Salzburger angezettelt wurde, zwei Spieler verlieren."

Salzburg-Sportdirektor Bernhard Seonbuchner: "Das taktische Foul von Lucas hat Sturm nicht geschmeckt. Dann kam es zur Rudelbildung. Da müssen wir bei uns anfangen, dass wir da dann kühler sind."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 01.04.2024, 09:27, 31.03.2024, 20:28
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