Wunde an Vagina: Frau verliert Glieder bei Geburt

Freud und Leid liegen oft ganz nah beieinander: Bei der Geburt ihres Sohnes Myles Owen erkrankte Lindsey H. an nekrotisierender Fasziitis.

Lindsey H. und Mike S. aus dem kanadischen Halifax können ihr Glück kaum fassen, als im März 2016 ihr Söhnchen Myles Owen zur Welt kommt: Mutter und Kind sind wohlauf, Komplikationen hat es während der Geburt keine gegeben. Es scheint alles genau so zu sein, wie es sich werdende Eltern erhoffen.

Doch drei Tage später klagt Lindsey plötzlich über starke Unterleibsschmerzen, die die Ärzte auf Verstopfungen zurückführen. Sie schicken die 33-Jährige wieder nach Hause – ein schlimmer Fehler, wie sich kurz darauf zeigt.

Fehldiagnose mit Folgen

Denn was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiß: Die junge Frau hat sich während der Geburt über eine Wunde an der Vagina fleischfressende Bakterien eingefangen, die zu einer Blutvergiftung führten.

Als das bei einer späteren Untersuchung festgestellt wird, ist es für eine klassische Behandlung zu spät. Nur die Amputation beider Unterarme und -schenkel kann die Ausbreitung der gefräßigen Bakterien noch stoppen. Seither sitzt Lindsey im Rollstuhl.

Doch das ist noch nicht alles, wie ihre Schwägerin Susan auf der Crowdfunding-Plattform Gofundme.com schreibt: Demnächst steht auch noch eine Nierentransplantation an. Für diese und weitere Eingriffe sammelt Susan dort Spenden.

Krankenhaus verklagt

Trotz dieser Schicksalsschläge hat Lindsey ihren Lebensmut nicht verloren, erzählt ihr Verlobter Mike CTV News Atlantic: "Sie ist unglaublich positiv eingestellt. Sie wusste, sie würde Arme und Beine verlieren, aber das hat ihr nicht ihre Fröhlichkeit genommen."

Dennoch hat die junge Familie nun Klage erhoben. Denn hätten die Krankenhausärzte gleich die richtige Diagnose gestellt, hätte die Infektion nicht so weitreichende Folgen gehabt. (fee)

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