Heute steht Bill Kaulitz selbstbewusst zu seinem extravaganten Stil. Doch hinter Glitzer, High Heels und starken Sprüchen steckt eine Vergangenheit, über die der Tokio-Hotel-Star jetzt erschütternd offen spricht. Im Interview mit dem "Stern" erzählt der 36-Jährige laut "Bild" von queerfeindlichen Übergriffen in seiner Kindheit.
"Damals gab es Situationen, in denen mir die Hose runtergezogen wurde oder mir im Schwimmbad zwischen die Beine gefasst wurde", berichtet er. Die Täter hätten damit sein Geschlecht überprüfen wollen. "Das war für mich fast normal, und aus Scham habe ich es oft niemandem erzählt."
Seit dem Umzug nach Los Angeles im Jahr 2010 habe sich vieles verändert. Mit mehr Abstand könne er heute anders auf diese Erlebnisse blicken: "Weil ich ein anderes Selbstbewusstsein habe, das es mir ermöglicht, meinen Schmerz von damals einzuordnen. Vielleicht sogar zu vergessen."
Auch im Alltag fühle er sich heute freier: "Ich kann heute mit meinen Haaren und meinen 'Penisschuhen' hier sitzen, weil ich weiß, dass ich mich wehren kann. Aber ich weiß, dass das für viele andere nicht die Realität ist."
Dass die Vergangenheit dennoch Spuren hinterlassen hat, zeigen Bill und Tom auch in der dritten Staffel ihrer Netflix-Doku "Kaulitz & Kaulitz", die am 23. Juli erscheint. Für ein Klassentreffen kehren die Zwillinge in ihre alte Heimat zurück. Bereits zuvor hatte Bill gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärt: "Das war keine behütete Kindheit."