Wusste Attentäter von Anti-Terror-Operation "Ramses"?

Terror in Wien: Spezialeinheiten
Terror in Wien: Spezialeinheitenpicturedesk.com
Nur 7 Stunden nach dem Terrorakt in Wien hätte die Operation "Ramses" über die Bühne gehen sollen: Ein Schlag gegen mutmaßliche Terrornetzwerke.

War alles nur ein Zufall oder wußte der Attentäter (20) von der geplanten Anti-Terroraktion? Hier mal die Fakten: Der 20-Jährige war am Montagabend mit einem Sturmgewehr (Zastava M70, Anm.: ein Kalaschnikow-Nachbau aus Serbien), einer Pistole, Machete und einer Sprengstoffgürtel-Attrappe rund acht Minuten durch die City gelaufen und schoss wild um sich - es gab Tote und Verletzte - alles dazu hier.

Österreichweite Aktion

Nur wenige Minuten später war ein Großaufgebot der Polizei vor Ort, darunter auch Spezialkräfte. Doch aus organisatorischen Gründen fehlten die Langwaffen, die Beamten mussten teils private Waffen einsetzen. Nach gut acht Minuten wurde der Täter erschossen. Die gebündelte Kraft der Exekutive wenige Minuten nach den ersten Schüssen war aber offenbar kein Zufall. Denn die Elitecops, EGS, Cobra, Wega, usw. bereiteten sich gerade unter anderem auf die Operation "Ramses" vor.

Der Terroranschlag von Wien - Bild für Bild:

Österreichweit sollten ab Dienstag, 3. November 2020 3 Uhr MEZ, mehrere mutmaßliche Terrorzellen und Verdächtige ausgehoben werden - Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Wien, St. Pölten, südliches NÖ, Linz standen am Plan. Nach Mitternacht bis in die Morgenstunden wurden 18 Wohnungen/Häuser durchsucht, es gab 14 Festnahmen - mehr dazu lesen hier. Die Anti-Terroraktion wurde fortgesetzt, auch in der Nacht auf Donnerstag sollten wieder einige Wohnungen gestürmt werden. Laut "Heute"-Infos wurde die Aktion für Donnerstagfrüh abgeblasen.

Verriet Dolmetscher Aktion?

"Die Operation Ramses war jetzt nicht zielgerichtet auf das Netzwerk des Attentäters, aber einige Kontaktmänner standen schon auf der Liste", weiß ein Insider. "Möglich, dass der Schütze von der Operation Ramses sogar gewusst hat. Wir glauben, dass zum Beispiel ein Dolmetscher es ihm verraten haben könnte." Denn laut dem erfahrenen Beamten war der Anschlag eher eine Hau-Ruck-Aktion. "Er hatte ja Unmengen an Munition, der Sprengstoffgürtel war aus Red-Bull-Dosen gebastelt. Man merkte also schon, dass der Attentäter ein wenig überhastet reagiert hat. Klar, der Lockdown ab Dienstag dürfte dann auch noch mitgespielt haben."

Schüsse in Schanigarten

An einen Zusammenhang mit der Synagoge denkt der Polizist nicht: "Ich glaube, dass der Schütze einfach viel Aufmerksamkeit wollte und unbedingt gefilmt werden wollte. Und rund um die Synagoge wimmelt es nur von Überwachungskameras. Dann lief er eine Runde, schoss in Lokale bzw. Schanigärten rein, betrat aber keines der Lokale. Nach gut acht Minuten war die Sache vorbei, der Täter wurde per Schuss in den Mund getötet", so der Beamte. 

Wie berichtet, war der 20-Jährige bereits wegen des Terrorparagraphen vorbestraft und vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Nach seiner bedingten Haftentlassung wollte er im Juli 2020 in der Slowakei eine AK-47 kaufen, bekam sie aber wegen fehlender Dokumente nicht. Die slowakische Behörde informierte sogar die österreichischen Behörden über den gescheiterten Waffenkauf - alles dazu inklusive Originaldokument finden Sie hier. Den Nachbau der Waffe samt Munition dürfte der 20-Jährige dann am Schwarzmarkt erworben haben.

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