In der 69. Minute kam es am Freitagabend zum Eklat. Beim Stand von 2:0 für die Gäste flog ein Bierbecher aus den Bochumer Rängen aufs Spielfeld, traf den Schiedsrichterassistenten Christian Gittelmann am Kopf. Der Unparteiische war sichtlich benommen, wurde ins Krankenhaus gebracht. Schiedsrichter Benjamin Cortus holte beide Teams in die Kabinen. Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Partie nach wenigen Minuten abzubrechen.
"Bei einem tätlichen Angriff auf einen Spieloffiziellen ist ein Spielabbruch einfach alternativlos", erklärte Cortus unmittelbar nach dem Spiel.
Der Vorfall sorgte für Entsetzen. Vor allem bei den Bochumer Spielern und Betreuern. Deshalb äußerte sich Stürmer Simon Zoller auch besonders scharf, schrieb auf Twitter: "Wir, der VfL Bochum, schreiben seit knapp zwei Jahren eine unfassbare Geschichte. Diese Aktion ist einfach nur respektlos gegenüber all denen, die sich jeden Tag den Arsch aufreißen, um diese Reise zu erleben. DU hast im Stadion nichts verloren", so der Bochumer an den Becherwerfer gerichtet.
Der Klub selbst entschuldigte sich bei Linienrichter Gittelmann. "Ein hochpeinlicher und bitterer Abend für uns. Eine extrem dumme Aktion", schrieb der deutsche Bundesligist. Und gab wenig später bekannt, dass die Auswertung der Videoüberwachung bereits laufe, um den Täter zu ermitteln. "Der VfL hofft auf eine schnelle Aufklärung und wird die Polizei tatkräftig unterstützen", so der Klub. Hinweise können demnach an die Polizei gerichtet werden.
Dem Täter droht - sollte dieser ermittelt werden - ein Stadionverbot sowie der Vereinsausschluss. Außerdem seien Schadensersatzforderungen denkbar. Schließlich könnte dem Klub sogar ein Geisterspiel als Strafe drohen. Der Klub würde um Einnahmen aus Ticketverkäufen umfallen. Die Partie wird wohl am Grünen Tisch zugunsten der Elf von Adi Hütter gewertet werden.