Rassismus-Vorwürfe gegen Linzer "Wut-Wirt"

DIESES Schild war am Samstag auf der Landstraße vor dem "Josef" nicht zu übersehen.
DIESES Schild war am Samstag auf der Landstraße vor dem "Josef" nicht zu übersehen.Bild: Privat
"Isst du Schwein, kommst du rein, isst du Pute, alles Gute!" Dieser Spruch auf einer Tafel vor dem Linzer Wirtshaus "Josef" brachte dem Wirt einen Shitstorm ein.
Rassismus-Vorwürfe gegen den Linzer "Josef"-Wirt Günter Hager: Und das alles wegen eines Taferls am Wirtshaus-Eingang auf der Landstraße.

Drauf stand: "Isst du Schwein, kommst du rein, isst du Pute, alles Gute" – dazu ein lachender Smiley. Das Schild, das am Wochenende vorm Lokal stand, dürfte besonders vielen Linz-Besuchern aufgefallen sein, denn von Donnerstag bis Samstag fand auch das beliebte Pflasterspektakel statt. Einer hat auf jeden Fall das Schild fotografiert – und auf Facebook gepostet.

Die Folge: Dort sorgte der Spruch jetzt für einen Shitstorm: "Es war reine Provokation, an einem Tag einer solchen Veranstaltung", "Schämt euch! Der Spruch auf der Tafel ist letztklassig!", "Und immer wieder wird die Niveau-Limbo-Latte aufrecht untertanzt", schreiben User. Das ist nur ein kleiner Auszug der Facebook-Posts.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Und der Eigentümer des Linzer "Josef" kassiert dafür auch noch Tage später jede Menge Negativbewertungen auf Facebook. "Für so eine Aussage ist selbst 1 Stern zu viel! Wird selbstverständlich weitergetragen", schreibt eine Facebook-Userin.

Schon früher war "Josef"-Wirt Günter Hager durch seine FPÖ-Nähe aufgefallen, unterstützte so etwa die Sommerkampagne der Blauen. Nur ein misslungener Scherz oder eine "eindeutig politische Positionierung"?, wie etwa eine Userin schreibt."Heute" fragte bei Hager nach.

Der wegen seinen kritischen Büchern als "Wut-Wirt" bekannte Hager erklärt: Das Taferl soll von einem muslimischen Mitarbeiter selbst kommen. Dieser sei syrischer Kriegsflüchtling. "Er hat nicht gewusst, was er da schreibt und welch' unangenehme Situation er damit auslöst."

Günter Hager beteuert, er selbst sei mit seiner Frau übers Wochenende nicht im Lokal gewesen, seine Stellvertreter hätten an diesem Tag Urlaub oder frei gehabt. Sowohl Hager, als auch der dafür verantwortliche Mitarbeiter möchten sich selbstverständlich bei all denen die sich dadurch beleidigt fühlten entschuldigen! "Hätte ich offenen Rassismus betreiben wollen, hätte ich das nicht auf einem "Josef"-Taferl gemacht", so Hager weiter.

Hier seine Stellungnahme dazu auf der Facebook-Seite des "Josef":



Schlechter Humor oder klare politische Positionierung? Trotz der Entschuldigung im Netz bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

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(cru)

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