Ein US-Amerikaner ärgerte sich dermaßen über die wenig hilfsbereiten Beamten seines örtlichen Verkehrsamts, dass er es ihnen auf besondere Weise heimzahlte: Er zahlte seine Steuern in Höhe von 3.000 Dollar (2.820 Euro) in 1-Cent-Münzen, die er in fünf Scheibtruhen vorbei brachte.
— Herald Courier (@heraldcourier)
Nick Stafford brachte dem Verkehrsamt von Lebanon (US-Bundesstaat Virgina) 300.000 Pennys vorbei - was in den USA vollkommen legal ist. Die Aktion selbst hat ihn rund 1.000 Dollar (940 Euro) gekostet, doch das war es ihm wert: "Wenn sie meine Zeit vergeuden, dann vergeude ich ihre."
Angefangen hat laut Stafford alles damit, dass er eine Anfrage hatte: Er besitzt mehrere Häuser in verschiedenen Bezirken und wollte wissen auf welche Adresse er den Wagen seines Sohnes anmelden sollte (in den USA gibt es kein Meldesystem wie in Österreich).
Klage, um Telefonnummer zu bekommen
Weil er immer wieder in einem Callcenter landete, klagte er gemäß dem Gesetz zur Informationsfreiheit auf die Herausgabe der richtigen Durchwahl. Denn laut dem Gesetz müssen Behörden Bürgern Informationen und Daten aushändigen solange sie nicht die nationale Sicherheit oder ähnliches betreffen.
Stafford bekam die Nummer, doch dort wurde die Auskunft verweigert mit dem Hinweis, der Anschluss sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nach wiederholten Anrufen bekam der Amerikaner zwar endlich die Information, war aber so genervt von der Bürokratie, dass er auf die Herausgabe von neun weiteren Telefonnummern klagte.
Dazu muss man wissen, dass die Verkehrsämter in den USA als Bastion der stereotypen Beamtentums gelten und Behörden, die gegen das Gesetz zur Informationsfreiheit verstoßen, mit einer Strafe belegt werden können. Das Verkehrsamt entging einem Bußgeld in letzter Minute, als man Stafford vor Gericht die Nummern aushändigte.
Münzlawine aus Rache
"Die Telefonnummern sind vollkommen irrelevant für mich", erklärte Stafford dem Herald Courier. "Ich brauche sie nicht. Ich denke das Rückgrat unserer Republik und unserer Demokratie ist eine offene Verwaltung und Transparenz in der Verwaltung."
Dennoch war für ihn das Kapitel nicht geschlossen: Er kaufte sich fünf Scheibtruhen und bezahlte elf Leute, die vier Stunden lang seine 3.000 Dollar Kfz-Steuer aus Münzrollen auspackten und umfüllten - Kostenpunkt für alles zusammen, inklusive der Klagen: Umgerechnet rund 940 Euro.
Und die Beamten des Verkehrsamts? Sie müssen die Münzen jetzt per Hand zählen - alle 300.000.