Rote Wutrede gegen Rendi-Wagner: "Wir sind Lachnummer"

SP-Gemeinderat Patrick Pfeifer (r.) vs. Rendi-Wagner
SP-Gemeinderat Patrick Pfeifer (r.) vs. Rendi-WagnerFacebook, picturedesk
SP-Chefin Pamela Rendi-Wagner hatte in der Pressestunde angekündigt, über einen Parteiausschluss für Genossen, die parteischädigendes Verhalten setzen, nachzudenken. Patrick Pfeifer, Schriftführer der SPÖ in Pitten, übt nun auf Facebook massive Kritik an Rendi-Wagner.

Jung, dynamisch und fit präsentiert sich SP Pitten-Schriftführer und Gemeinderat Patrick Pfeifer auf Facebook. Merklich sieht man, dass er über die Androhungen der SP-Bundeschefin entsetzt ist: "Liebe Pam. In der Pressestunde sagtest Du, dass die internen Kritiker mit Konsequenzen rechnen müssen, sogar mit Parteiauschluss. Ich würde gerne wissen, wie Du unsere wichtigen Grundsätze wie Freiheit und Gerechtigkeit mit Parteiausschlüssen assozieren willst. Meiner Meinung nach, passt das überhaupt nicht zusammen und das hat nichts, rein gar nichts, mit der Sozialdemokratie zu tun, das sind eher diktatorische Grundzüge und das ist nur mehr erschreckend."

"Nur noch abartig"

Der junge Rote weiter: "Eigentlich solltet ihr zu den Kritikern, zu der Basis - und wir sind verdammt viele Leute - hingehen und mal fragen, was uns stört und Verbesserungsvorschläge einholen. Es wird seit Jahren nicht mehr gemeinsam an einem Strang gezogen. Es ist nur noch abartig. Es kommt so rüber, als es Euch nur noch um den eigenen Machterhalt und nicht um die Zufriedenheit der Basis und der Bevölkerung geht."

"Nur noch Lachnummer"

"Wir waren mal die stärkste und wichtigste Partei der Zweiten Republik und jetzt sind wir nur noch eine Lachnummer. Wenn wir jetzt Kritiker noch raussperren, hat das einen Effekt wie ein gleich brechender Staudamm und das kommt dem politischen Selbstmord gleich. Es ist abartig. Was ist destruktiv frage ich Dich? Wir kleinen Provinzler, die sagen, was sie stört? Ich sage Dir jetzt, was für mich destruktiv ist: Du hast den schlechtesten Wahlkampf-Manager nach einer horrenden Niederlage nicht mit nassen Fetzen davongejagt, sondern zum Bundesgeschäftsführer befördert. Wie deppat ist das? Mach' das mal in einem Unternehmen, fahre einen Millionenauftrag an die Wand - und dann sag 'Scheiß drauf, jetzt bist Geschäftsführer'. Dich hält ja keiner mehr für dicht. Und weil wir das kritisieren, sollen wir ausgeschlossen werden. Hört uns mal wieder zu, bevor ihr sagt, wir wären alle Trotteln. Bei der nächsten Wahl bekommen wir wieder eine Watsche, dass wir in zehn Jahren noch schwindling sind, wenn wir nicht bald anfangen gemeinsam zu arbeiten."

Rendi-Wagner: "Tut Sozialdemokratie nicht gut"

Ob über Parteiausschluss für Mitglieder, die parteischädigendes Verhalten setzen, nachgedacht werden müsse, sagte Pamela Rendi Wagner in der ORF-Pressestunde am Sonntag: "Aber ja, auch dieser Frage werden wir uns stellen müssen, und zwar jeder, weil diese Gruppe tut uns gesamt, der Sozialdemokratie, nicht gut. Da geht es ja nicht nur um die Bundespartei, wir haben ja nicht neun oder zehn Firmen in der SPÖ - also neun Bundesländer und eine Bundespartei und vielleicht noch Organisationen. Wir sind die österreichische Sozialdemokratie.

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