Ein Massensterben von Fischen beim "Schönauer Wasser" in der Unteren Lobau (an der Grenze zwischen Niederösterreich und Wien-Donaustadt) sorgte für Rätselraten. Spaziergänger hatten im Februar hunderte tote Tiere entdeckt. Ein Gutachten über die Todesursache wurde daher bei der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetMed) in Auftrag gegeben.
Wie die "Krone" berichtet, hat die VetMed zwei Karpfen, zwei Hechte, einen Wels und eine Brache untersucht. Zeitgleich beauftragte die MA 49 (Forstamt) ein auf Fischökologie spezialisiertes Landschaftsplanungsbüro mit der chemischen Analyse des Wassers.
Demnach ist ein Parasiten- oder Bakterienbefall als Todesursache ausgeschlossen. Die rund 1.000 Fische sind bereits im Jänner erstickt, als das "Schönauer Wasser" komplett mit Eis bedeckt war. Als Ursache wird der niedrige Wasserstand, die langanhaltende Eisdecke und die Freisetzung von Faulgasen angegeben.
Laut dem Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine (VÖAFV) handelt es sich bei den toten Fischen zum Großteil (ca. 80 Prozent) um Tolstolobs (Silberkarpfen). Der Rest entfällt auf (Amur-)Karpfen, Brachsen, Zander, Hechte und mehrere Welse.
Der WWF fordert erneut dringend, mehr Wasser in die Lobau zu leiten: "Das sollte ein Weckruf für die Wiener Stadtregierung sein. Wenn sie nicht bald vom Reden ins Handeln kommt, werden tragische Massensterben künftig häufiger auftreten. Ohne Rettungspaket droht die Untere Lobau zu vertrocknen und völlig zu verschlammen", sagte Michael Stelzhammer vom WWF.
Zu den Maßnahmen zählt laut WWF vor allem, Wasser von der Oberen in die Untere Lobau weiterzuleiten, um die ausgetrockneten Flächen wiederzubeleben. Zudem brauche es gezielte Renaturierungsmaßnahmen. Die Untere Lobau könnte laut WWF an die Donau angebunden und das Flussbett mit Schotter aufgeschüttet werden, um den Wasserspiegel der Donau zu heben und so die Augewässer im Nationalpark weiter mit Wasser zu versorgen.
Auch die Donaustädter Gemeinderätin der Wiener Volkspartei, Caroline Hungerländer, schlägt Alarm: "Dass in der Unteren Lobau Tausende Tiere aufgrund des zu niedrigen Wasserstandes verenden, zeigt in aller Deutlichkeit, wie ernst die Lage mittlerweile ist. Dieses Fischsterben ist ein weiteres deutliches Signal dafür, dass die Wasserproblematik in der Unteren Lobau nicht länger ignoriert werden darf."
Bereits seit Jahren werde auf die zunehmende Austrocknung der Unteren Lobau hingewiesen. Gerade deshalb braucht es nun endlich konkrete Maßnahmen, um die Wasserzufuhr nachhaltig sicherzustellen. Die Bezirksrätin der Volkspartei Donaustadt, Gerda Müller, werde daher in der kommenden Bezirksvertretung einen entsprechenden Antrag einbringen.