WWF: GPS für Störche sorgt für Streit

Bild: WWF

Zwei Jungstörche in niederösterreichischen Marchegg hat der WWF mit GPS-Sendern ausgestattet. Diese wurden auf dem Rücken der Tiere montiert. Tierschützer kritisieren, dass die Tiere dadurch eingeengt werden, wie der ORF NÖ berichtet.

Niki und Lotti, zwei der 70 Weißstörche, die heuer in Marchegg flügge sind, bekamen vom WWF einen GPS-Sender auf den Rücken geschnallt, um detaillierte Infos über Flugroute und Lebensweise der Tiere in ihrem Winterquartier in Afrika zu bekommen.

WWF-Mitarbeiterin Karin Donnerbaum beruhigt Begdenken von Tierschützern: „Durch Teflonbänder, die am GPS monteirt sind, gibt es keine Reibung, das heißt, dem Storch passiert nichts“. Die Bänder würden etwa drei bis vier Jahre halten, heißt es. „Dann geht der Faden auf und die Störche verlieren die Sender, die auch nur etwa drei bis vier Jahre halten.“

 

Daten online abrufbar

Die hochmodernen GPS-Datalogger können über 10.000 Ortungen speichern: Neben der Flughöhe wird auch die Aufenthaltsdauer aufgezeichnet. Die GPS-Daten werden acht Mal pro Tag automatisch an eine Datenbank weitergeleitet und sollen zukünftig auch mittels eines speziellen Programms online abrufbar sein. Ziel ist es, die Daten nicht nur den Experten für ihre Forschungen zur Verfügung zu stellen, sondern auch interessierten Hobby-Vogelkundlern erstmals in Österreich Einblicke in die Welt der Störche zu bieten. Anschaulich dargestellt wird damit der Zug der österreichischen Störche über ganz Europa bis nach Afrika beobachtbar sein.

Auf der Homepage des WWF heißt  es: Die Weißstorchkolonie im 1.120 Hektar großen WWF-Auenreservat Marchegg in den March-Thaya-Auen ist die größte baumbrütende Kolonie Mitteleuropas. Sie beherbergt zehn Prozent der gesamten österreichischen Weißstorchpopulation und besteht seit mehr als 110 Jahren.

An die 50 Paare brüten jedes Jahr in bis zu 800 Kilogramm schweren Horsten auf riesigen, hunderte Jahre alten Eichen auf der Wiese direkt hinter dem Schloss Marchegg und in der umliegenden Au. Lebensgrundlage für die Weiß- und Schwarzstörche des WWF-Reservates sind die überschwemmten Auwiesen. Hier finden sie Insekten, Frösche, Krebse und kleine Fische. Neben den ausgedehnten Wiesenflächen, brauchen die Störche sichere und stabile Plätze für ihre schweren Horste, wie sie die uralten Eichen der Kolonie bieten.

 

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