Fussball

Xhakas Kopfstoß-Eklat: "Hat Frau und Kinder beleidigt"

Basel-Fanliebling Taulant Xhaka kassierte eine Mega-Sperre. Nun spricht er über den Kopfstoß und seine Folgen.
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29.06.2023, 15:53
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Es sind Wild-West-Szenen, die sich am 7. Mai in der Schlussphase des Super-League-Spiels zwischen Basel und dem FC Zürich ereignen. Der Höhepunkt: In der zwölften Minute der Nachspielzeit fliegt FCB-Captain Taulant Xhaka nach einem Kopfstoß gegen FCZ-Verteidiger Nikola Katic vom Platz. Der 32-Jährige kassiert später für seinen Ausraster eine Mega-Sperre von insgesamt acht Spielen.

Vier davon hat Xhaka inzwischen abgesessen, als er am Donnerstag im Trainingslager in Seefeld (Ö) mit "20 Minuten" über den Vorfall spricht. "Ich habe die Kontrolle verloren. Das darf mir nicht passieren. Es tut mir ernsthaft leid", sagt das FCB-Urgestein. Bereits zuvor im Spiel habe ihn Katic mehrfach provoziert. "Zu Beginn konnte ich mich noch beherrschen, doch nach der Gelb-Roten Karte gegen mich hat er sich das Trikot über den Mund gezogen und meine Frau sowie meine Kinder beleidigt", so Xhaka. Und weiter: "Was ich mir in diesem Spiel anhören musste, habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt."

Reaktion von Sohn (3) hat ihn mitgenommen

Der Mittelfeldspieler, der 363 Spiele für den FC Basel absolviert hat, ärgert sich auch darüber, dass niemand öffentlich das Verhalten von FCZ-Verteidiger Katic hinterfragt hatte. "Provokationen gehören im Fußball dazu, aber wenn es um Familie und Kinder geht, ist eine Grenze überschritten." Auch er sei einer, der provoziere. "Aber ich würde nie das Kind von jemandem beleidigen", so der FCB-Fanliebling.

Seine Tätlichkeit will er aber nicht entschuldigen. "Ich habe sogar eine noch längere Sperre erwartet. Ich dachte, die Liga hat sowieso schon ein Auge auf mich", gibt der Basler zu. "Ich habe zu Hause mit meiner Familie diskutiert. Mein Vater meinte, er rechne mit zehn oder elf Spielen." Besonders mitgenommen habe Xhaka aber die Reaktion seines dreijährigen Sohnes. "Als ich nach Hause gekommen bin, hat er mit seinem Kopf meine Bewegung nachgemacht. Das war brutal unangenehm für mich." Sein Sohn habe das Spiel mit seiner Ehefrau zusammen geschaut. "Sie hat mir ordentlich die Kappe gewaschen."

Nach der Sperre wartet wieder der FCZ

Warum er selbst einen Ruf als unfairer Spieler genießt, kann der 32-Jährige trotz allem nicht verstehen. "Ich habe in meiner ganzen Karriere drei direkte Rote Karten gesehen. Klar, ich bin ein emotionaler Typ, aber ich würde nie einen Gegenspieler mit Absicht verletzen."

Vier Super-League-Spiele muss der FCB-Leitwolf nun noch aussetzen. "Zum Glück gibt es noch die Qualifikation für die Conference League", sagt Xhaka. Im Training wolle er trotzdem weiter jeden Tag Vollgas geben. "Wer weiß, am Ende kann es vielleicht sogar ein Vorteil werden, dass ich noch richtig frisch bin." Dies kann er dann auch gleich wieder gegen die Rivalen aus Zürich zeigen. Kurz nach Ablauf seiner Sperre trifft der FC Basel Anfang September wieder auf Nikola Katic und seine Teamkollegen.

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