Xiaomi Mi Air Purifier Pro im Test: Saubere Sache

Zeigt sich im Test als saubere Sache: Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro.
Zeigt sich im Test als saubere Sache: Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro.Heute
Luftreiniger gibt es schon für ein paar Euro, nach oben sind die Grenzen offen. Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro zeigt, das es nicht teuer sein muss.

Dutzende verschiedene Funktionen, Bauweisen, Technologien, Preise – da verliert man als Kunde schnell die Übersicht, dabei will man eigentlich nur einen guten Luftreiniger für die eigene Wohnung oder das Haus haben. Deswegen hat auch erst kürzlich die Deutsche Stiftung Warentest mehrere Geräte unter die Lupe genommen und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: einer der günstigsten Luftreiniger (ab 171 Euro) ist auch der beste – der Xiaomi Mi Air Purifier Pro.

Ein Manko hat Stiftung Warentest dabei aber gefunden: er verursache etwas höhere Stromkosten als seine Konkurrenten und wird beim Filtertausch etwas teurer, heißt es da. "Heute" hat sich den Xiaomi Mi Air Purifier Pro genauer angesehen und kann da beim zweiten Punkt beruhigen: Xiaomi empfiehlt laut den Testern nämlich einen Filterwechsel bereits nach drei Monaten, die Konkurrenz nach sechs. Gezwungen wird man zum Wechsel außerdem nicht, kann ihn auch länger nutzen, und ganz so stimmt die Wechselangabe nicht, wie ein genauerer Blick auf den Luftreiniger zeigt. 

Gegen Schadstoffe, Pollen – und Corona

Wer auf noch längere Filterlebensdauer setzen will, kann auch zum größeren H-Modell des Luftreinigers greifen, da sollen die Filter gleich ganze 14 Monate durchhalten. Das Testmodell allerdings sagte uns ebenfalls gleich zum Start, dass der Filter gut fünf Monate durchhalten soll. Neben den beiden Pro-Modellen gibt es auch noch die kleineren 3H- und 3C-Modelle bei Xiaomi. Der kleinste Purifier ist laut Unternehmen für mittelgroße Zimmer gedacht und schafft es, eine Fläche von 106 Quadratmeter pro Stunde zu reinigen, das größte Gerät deckt ganze Häuser mit 200 Quadratmeter pro Stunde ab.

Doch was kann das Gerät nun genau? Das Pro-Testmodell ist für "große Schlafzimmer/Wohnzimmer" gedacht und filtert die Luft auf 166 Quadratmetern pro Stunde. Getestet wurde der Purifier in einem Wohnzimmer mit rund 38 Quadratmetern. Er soll nicht nur Schadstoffe und Pollen aus der Luft filtern, sondern auch Passivrauch, Gerüche sowie "einige" Viren und Bakterien. Dazu zählt laut Experten auch Corona. Das ist beeindruckend, aber kein Ersatz für das regelmäßige Lüften!

Tatsächlich ein verblüffendes Ergebnis

Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro "verblüfft" und er "reinigt zudem besonders gründlich", sagt die Stiftung Warentest und der Eindruck bestätigt sich im "Heute"-Test. Pollen, Luftschadstoffe, Formaldehyd, alle schädlichen Werte sanken innerhalb kürzester Zeit deutlich ab, nicht nur beim Blick in die zum Gerät gehörende "Xiaomi Home"-App, sondern auch bei der Kontrolle über separate Messgeräte zur Kontrolle der Luftqualität. Besonders Formaldehyd ignorieren viele andere Geräte meist komplett, der Xiaomi-Luftreiniger trumpft dabei aber so richtig auf.

Einen Testschritt weiter ging übrigens die Stiftung Warentest. In einer Prüfkammer wurden Corona-Viren als Paraffinöltröpfchen nachgestellt, die der Purifier dann nach 20 Minuten um bis zu 96 Prozent aus der Luft geholt hatte. Übrigens lässt die Leistung des Geräts auch nach drei, vier Monaten nicht stark nach, der Xiaomi-Luftreiniger war einer der wenigen, der auch nach dem künstlich nachgestellten Alterungsprozess die simulierte Virenkonzentration noch gut senken konnte. Bei Pollen übrigens trumpfte nicht nur das Xiaomi-Device auf, sondern da konnten alle Kandidaten überzeugen.

Kein Gerät, um es zu verstecken

Wie es für einen Luftreiniger gehört, braucht er Platz zum "Atmen", also um die Luft einzusaugen, zu filtern und gereinigt wieder auszublasen. Angesaugt wird die Luft über perforierte Löcher, die sich über die Seiten des Geräts ziehen. Rund 20 Zentimeter sollte man deshalb Anstand zu anderen Gegenständen, Wänden und Co. lassen. Gereinigte Luft wird über einen Ventilator nach oben hin ausgeblasen. Man will ihn aber gar nicht verstecken, denn auch beim Design punktet das Device.

Sieht schick aus: Die Perforierung zieht sich rund um das gesamte Gehäuse des Luftreinigers.
Sieht schick aus: Die Perforierung zieht sich rund um das gesamte Gehäuse des Luftreinigers.Heute

Obwohl der Luftreiniger mit 26 Zentimetern Breite und Tiefe sowie 73,5 Zentimetern Höhe recht groß ausgefallen ist und zudem mit fast zehn Kilogramm anständig was auf die Waage bekommt, sieht er sehr schick aus und zeigt eine klare Linienführung. Das Gehäuse besteht aus weißen Kunststoff, die rechteckige Bauform passt ihn gut in verschiedene Wohnlandschaften ein. Die Perforierung reicht knapp an die halbe Höhe des Luftreinigers und zieht sich um das Gehäuse.

Simpler geht die Inbetriebnahme nicht

Auch die Verarbeitung ist top, die Kanten sind formschön abgerundet und es gibt keine unschönen Spaltmaße. Damit der Luftreiniger sicher auf seinem Platz steht, sorgt nicht nur das Gewicht, auch vier Antirutsch-Standfüße gibt es. Rumbasteln muss man beim Aufstellen nicht. Der Luftreiniger kommt fixfertig im Karton an, muss nur ausgepackt und an das Stromnetz angeschlossen werden. Der Filter ist bereits eingebaut und kann mit dem Öffnen einer Klappe leicht gewechselt werden.

Das Stromkabel ist rund 1,5 Meter lang, ermöglicht also etwas Flexibilität bei der Aufstellung. So simpel wie das Aufstellen ist dann auch die Inbetriebnahme, denn es gibt nur ein rundes OLED-Display an der Vorderseite und eine Taste oben am Gerät – sie schaltet den Luftreiniger ein und aus und lässt das jeweilige Reinigungsprogramm anwählen. Ans Stromnetz angeschlossen und die Power-Taste gedrückt, beginnt der Purifier Pro mit dem automatischen Luftreinigungsprogramm.

Steuerung ohne jeglichen Schnickschnack

Jeweils mit dem Druck auf die Power-Taste können dann auch noch der (leisere und konstantere) Nachtmodus, die drei Stufen leicht, mittel und stark sowie ein manueller Modus aufgerufen werden. Per längerem Druck auf die Taste schaltet sich das Gerät ab. Die App braucht man also nur bedingt, sie liefert aber zusätzliche Möglichkeiten. So kann die Stärke des manuellen Modus gesteuert, der Reiniger per App gestartet oder ein Protokoll angelegt werden, wann der Luftreiniger seine Arbeit starten und stoppen soll. Klasse gemacht und echt übersichtlich ohne jeglichen Schnickschnack!

Kann man, muss man aber nicht: Der Luftreiniger kann auch per App gesteuert werden.
Kann man, muss man aber nicht: Der Luftreiniger kann auch per App gesteuert werden.Heute

Die Helligkeit des Displays lässt sich übrigens sowohl über die App, als auch über den Luftreiniger selbst dimmen oder ausschalten. Wer die App nutzen will, muss sich dazu ein eigenes Xiaomi-Konto anlegen. Der Bildschirm der Luftreinigers wiederum zeigt sich mit wenigen, aber nützlichen Funktionen. Angezeigt werden das gerade laufende Programm, die Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualität als Zahlenwert sowie als grüner (gut), gelb-oranger (mittel) oder roter (schlecht) Kreis rund um den Display-Rand an. Werte, die man allesamt auch in der Xiaomi-App finden kann.

Der Luftreiniger hört sogar aufs Wort

Die App dienst gleichzeitig auch als Ersatz für eine Fernbedienung, denn eine solche gibt es beim Xiaomi Mi Air Purifier Pro nicht, wir haben sie im Test aber auch nicht vermisst. Die App dagegen hielten wir für komfortabel und nützlich, alleine schon deswegen, dass der Luftreiniger von überall aus ein- und ausgeschaltet werden kann (wenn er mit dem Heim-WLAN verbunden wurde) oder die Stärke des manuellen Modus genau justiert werden kann. Wer will, kann den Luftreiniger übrigens auch per App mit den Sprachassistenten Google Assistant oder Amazon Alexa verbinden.

Laut Xiaomi beseitigt der Luftreiniger insgesamt 99,97 Prozent aller Schadstoffe in der Luft, egal ob Gase, Keime oder Pollen. In einem rund zweiwöchigen Dauertest zeigt sich dabei der dreilagige Filter durchaus beständig, ist also nicht anfällig, schnell zu verschleißen. Besonders beeindruckte aber die Reinigungsleistung: Auf voller Stufe ist das Gerät zwar etwas lauter, filterte aber in wenigen Minuten Kochgeruch, Zigarettenrauch oder künstlich erzeugte Schadstoffe beeindruckend aus der Luft. Außerdem punktet der Automatikmodus, der recht gut erkennt, welche Stufe wann nötig ist.

Xiaomi Mi Air Purifier Pro überzeugt auf ganzer Linie

Im Automatikmodus wird der Xiaomi Mi Air Purifier Pro hierzulande wohl meist im niedrigsten Modus laufen, außer man lebt in einem Raucherhaushalt. In diesem Modus arbeitet der Luftreiniger dann tatsächlich flüsterleise und ist kaum zu hören. Noch etwas leiser wird es mit dem Nachtmodus: bei diesem muss man das Ohr schon sehr nahe an das Gehäuse bringen, um den Betrieb zu hören. Einberechnen muss man übrigens noch rund 35 bis 40 Euro, ist ein Filtertausch dann wirklich einmal fällig. Nutzbar sind dabei ausschließlich Filter von Xiaomi, nicht von möglichen Drittanbietern.

Ein Handgriff, schon kann der Filter gewechselt werden. Wartung und Bedienung sind äußerst simpel.
Ein Handgriff, schon kann der Filter gewechselt werden. Wartung und Bedienung sind äußerst simpel.Heute

Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro überzeugt im "Heute"-Test auf ganzer Linie. Er filtert verlässlich Schadstoffe und Gerüche in kürzester Zeit aus der Luft, lässt sich kinderleicht aufstellen und anschließen, zwingt nicht zur Nutzung der Smartphone- und Tablet-App und bietet eine simple Bedienung sowie Wartung. Als Bonus sieht der Luftreiniger auch noch richtig schick aus und ist gut verarbeitet. Einzige Auffälligkeit: In Umgebungen mit schlechter Luft muss man mit einer etwas höheren Lautstärke im Betrieb rechnen. Top gefällt wiederum der Preis. Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro ist eine saubere Sache!

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account rfi Time| Akt:
XiaomiTechnologieSmartTechnik

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen