Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Tiefer Preis, hohe Leistung

Mit dem Redmi Note 10 Pro kehrt Xiaomi zu seiner Tradition zurück: Zum niedrigen Preis wird viel Flaggschiff-Technik ins neue Smartphone verbaut.

300 Euro blättert man für das neue Xiaomi-Handy Redmi Note 10 Pro hin. Obwohl es preislich damit in der Mittelklasse angesiedelt ist, steht die Leistung weit drüber, wie der "Heute"-Test zeigt. Absolute Flaggschiff-Features sind etwa ein OLED-Display mit 120 Hertz Bildwiederholrate oder eine 108-Megapixel-Kamera. Klar, nicht in allen Bereichen greift man die Flaggschiffe des eigenen Hauses oder jene von Samsung und Apple an. "Gespart" wurde aber durchaus clever.

Mit 164 x 74,5 x 8,4 Millimeter und knapp unter 200 Gramm ist das Smartphone groß ausgefallen, lässt sich aber dank der abgerundeten Geräteseiten gut und sicher in einer Hand halten. Obwohl der Rücken aus Glas besteht, rutscht das Smartphone dabei nicht aus der Hand, zum Schutz vor Bruch und Kratzern wird aber die Nutzung der beiliegenden Kunststoff-Hülle sinnvoll sein. Der Rahmen des Geräts ist aus Kunststoff, wirkt aber absolut hochwertig.

Die Kamera als Hingucker

Wie beinahe allen neuen Xiaomi-Smartphones besitzt auch das Redmi Note 10 Pro ein auffälliges Kameramodul, das sich gleich doppelt aus der Rückseite des Smartphones hervorhebt. Blitz und Sensoren finden sich in der ersten "Erhebung" des Moduls, die vier Linsen dann in der zweiten. Designelemente wie ein Chrom-Rahmen um die Hauptlinse oder die kleinen "Ultra"- und "Premium"-Schiftzüge wirken schick, das Modul selbst verhindert aber ein stabiles Ablegen vom Handy am Tisch.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Tiefer Preis, hohe Leistung
Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Tiefer Preis, hohe LeistungHeute

Statt im Display hat das Redmi Note 10 Pro den Fingerabdrucksensor im Power-Knopf an der rechten Gerätekante verbaut. Er funktioniert zuverlässig und löst blitzschnell aus, auch wenn der Finger nicht ganz sauber auf den Sensor gelegt wird. Auf der Vorderseite zeigt das 6,67 Zoll große OLED-Display schmale, aber doch vorhandene Displayränder. Dass es sich hier um Mittelklasse handelt, zeigt auch, dass das Display eben und nicht gebogen an den Seiten abschließt.

Superflüssiger und großer Bildschirm

Die Auflösung beträgt 1.080 x 2.400 Pixel, die Frontkamera (ebenfalls mit schickem Chrom-Ring) findet sich oben mittig in einer Punchhole-Ausnehmung. Abseits davon aber findet sich Flaggschiff-Technik: Die 120 Hertz machen die Darstellung superflüssig, OLED-typisch fallen zudem Helligkeit, Kontrast, Farbe, Schärfe und Blickwinkelstabilität gut bis hervorragend aus. Einzig bei der (trotzdem hohen) Helligkeit wäre im Sonnenlicht noch minimal mehr wünschenswert gewesen.

Erstmals kommt auch – das Fehlen war ein Dauerkritik-Punkt von uns – eine IP-Zertifizierung zum Einsatz. IP53 schützt das Smartphone vor laut Definition "fallendem Sprühwasser". Ein Regenguss wird also nicht schaden, ein Tauchgang darf aber nicht riskiert werden. Im Inneren des Smartphones gibt es einen Snapdragon 732G, dazu kommen 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte (es gibt auch ein Modell mit 64 GB) interner Speicher. Chip und Arbeitsspeicher arbeiten flott und schupfen selbst aufwändige Spiele, wobei das Smartphone kaum warm wird. Etwas mehr interner Speicher hätte es aber sein dürfen.

Kein 5G, aber genug Leistung im Alltag

Allerdings: Wie bei vielen neuen Modellen kann auch beim Redmi Note 10 Pro der Speicher über einen der Dual-SIM-Slots mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden. 5G ist nicht mit an Bord, sollte das für Interessierte die Kaufentscheidung beeinflussen. Alles in Allem: Das Smartphone ist schnell, kommt nicht uns Ruckeln und erfüllt alle Multitasking- und Gaming-Wünsche. Wer nicht unbedingt auf aufwändigeren Mobile-Videoschnitt oder ähnliche Tasks setzt, findet hier mehr als genug Leistung für den Alltag vor.

Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Tiefer Preis, hohe Leistung
Xiaomi Redmi Note 10 Pro: Tiefer Preis, hohe LeistungHeute

Mit knapp über 5.000 Milliamperestunden ist der Akku des Smartphones gewaltig ausgefallen und bringt jeden Durchschnittsnutzer auf rund zwei Tage Nutzungszeit. Selbst bei hoher Helligkeit und 120-Hertz-Wiedergabe läuft das Teil rund 1,5 Tage. Kabelloses Laden wurde gestrichen, Schnellladung gibt es per USB-C-Kabel mit 33 Watt. Dabei dauert es rund 90 Minuten, bis das Redmi Note 10 Pro aus dem leeren wieder in den komplett vollen Akku-Zustand übergeht. Eine durchaus gute Leistung, vor allem in der Mittelklasse.

Was die Kamera kann – und was nicht

Am Papier liest sich vor allem die Kamera-Ausstattung des Redmi Note 10 Pro gewaltig: 108 Megapixel Hauptkamera, 8 Megapixel Weitwinkelkamera, 5 Megapixel Makrokamera und Tiefensenor. Die Kamera zeigt im Tageslicht atemberaubende Aufnahmen, bei denen nur die Kamera-KI manchmal ein bisschen zu satte Farben spendiert. Wer es natürlich haben will, schaltet sie deswegen aus. Im Standard-Modus bei gutem Licht ist das Redmi Note 10 Pro ein Foto-Monster, das an die über 1.000 Euro teuren Handy-Giganten heranreicht.

Abstriche muss man aber anderswo hinnehmen, etwa beim Zoom. Den gibt es nur zehnfach und rein digital, was Zoom-Aufnahmen deutlich "rauschen" lässt und Bilder spätestens ab einer fünffachen Vergrößerung nicht mehr gut aussehen. Wer dennoch "zoomen" will, knipst lieber 108-MP-Bilder mit der Hauptlinse und schneidet aus diesen das gewünschte Motiv aus. Gut, aber immer wieder mit minimalem Rauschen zeigen sich die Weitwinkelfotos, in der Nacht ist das Resultat wiederum großartig. Egal ob mit oder ohne Nachtmodus, die Fotos zeigen sich scharf und mit realistischen Farben, auch wenn die KI hier ebenfalls etwas zu motiviert nachhellt. In der Mittelklasse jedenfalls ist das Teil ein Kamera-Kaiser.

Ein beindruckender Mittelklasse-Kandidat

Der gute Eindruck setzt sich auch bei der 16 Megapixel Frontkamera fort, die nur manchmal beim Fokus etwas länger braucht, um Gesichter ganz scharf zu stellen. Bei Videos ist der Eindruck nicht ganz so stark: Zwar sind 4K-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde möglich, aus der Hand geschossen ist eine Stabilisierung aber kaum bemerkbar und Clips können schon mal zur Wackelpartie geraten. Schön dafür: Sowohl die eleganten Gerätefarben Blau, Bronze und Grau, als auch die nur dezent mit der MIUI-12-Nutzeroberfläche adaptierte Android-Version 11.

Gute Verarbeitung, hohe Leistung, tolle Kamera und starke Ausstattung. Zwar gibt es in allen genannten Bereichen (nicht ganz so schmale Displayränder, kein 5G, niedriger IP-Schutz, nur digitaler Zoom und etwas knapper Speicher) einige Abstriche zur wahren Highend-Klasse, diese fallen aber allesamt kaum ins Gewicht. Im Gegenteil: Durch das clevere "Sparen" in den verschiedenen Bereichen schafft es Xiaomi, die wichtigsten Merkmale umso stärker umzusetzen und überzeugt damit in der Mittelklasse auf ganzer Linie. Tiefer Preis, hohe Leistung: Um 300 Euro bekommt man kaum ein besseres Handy.

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